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Claudia Otremba
Claudia Otremba

Claudia Otremba: Backstube statt Radio

veröffentlicht am 26.02.2010 um 10:28 Uhr · Köpfe · Artikel

Mit Tortenbote.de bietet Claudia Otremba eine Alternative zu den obligatorischen Blumengrüßen oder Weingeschenken, die gerne zu Geburtstagen, Jubiläen oder Firmenfeiern verschenkt werden. Unternehmen und Endverbraucher können via Tortenbote.de individuelle und personalisierte Torten, zum Beispiel mit Firmen-Logo bestellen und binnen 48 Stunden an die gewünschten Adressaten verschicken.

Ihre erste Torte hat Claudia Otremba gemeinsam mit Freundinnen in der heimischen Küche zusammengezuckert. Dabei kann sie eigentlich gar nicht backen. „Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist, Claudia“, habe ihr Mann damals zu ihr gesagt. Der Kuchen, ein überdimensionierter Brownie, sei zwar geschmacklich gut, der Zuckerguss und die Dekoration jedoch steinhart und ungenießbar gewesen.

Otremba glaubte, eine Marktlücke entdeckt zu haben, und wollte ähnlich dem Fleurop-Prinzip personalisierte Torten via Internet vertreiben. Viele waren skeptisch. Auch Otremba selbst. Zum ersten Mal in ihrem Leben spürte die damalige Key-Account-Managerin heftigen Gegenwind.

Doch schon am Muttertag 2009, nur wenige Tage nach dem offiziellen Start des neuen Unternehmens, erhielt die Tortenbotin 680 Aufträge - und schaffte es, dank vieler Helfer aus der Familie und dem Freundeskreis, alle zu erfüllen.

Selber backen muss Otremba glücklicherweise nicht mehr. Die studierte Kommunikationswirtin, die in die Medienbranche ging, weil das damals eben „schick“ war, ist viel stärker darin zu organisieren. Außerdem hat sie ein Gespür für ausgefallenes Design. Früher hat Otremba ihre Halsketten immer selbst gebastelt. „Das Handwerkliche liegt mir“, sagt die Münchnerin. Dass es eine Kunst ist, Torten zu gestalten, entdeckte sie vor vielen Jahren als Au-pair-Mädchen in England. Die Briten sind bekannt für ihre opulenten, teilweise kitschigen Torten. Noch heute lässt sich die Tortenbotin, wenn sie sich Verzierungen überlegt, von englischen Büchern oder ausländischen Zeitschriften inspirieren. Nur ganz so schnörkelig wie bei englischen Torten darf es bei ihr nicht sein.

Damals vor den Schaufenstern englischer Konditoreien hätte Otremba niemals daran gedacht, selbst einmal Torten zu verkaufen. Stattdessen wurde sie Key-Account-Managerin - erst beim DSF, später beim Radio. Ihre Kreativität verkümmerte auf dem Bürostuhl allerdings. „Ich bin kein guter Büromensch“, sagt die Tortenbotin, die beispielsweise morgens um neun noch nicht leistungsfähig ist. Mit der Selbstständigkeit kann sie sich besser identifizieren, auch wenn ihre sportlichen Aktivitäten wie Yoga, Skifahren oder Laufen derzeit definitiv zu kurz kommen. Dafür nascht sie eben weniger Torte. Daran hat sich Otremba ohnehin satt gegessen. Ihre Kunden, hofft sie, hingegen noch nicht.

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