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Dušan Milenkovic: Gestalter mit Sehsucht

Dušan Milenkovic: Gestalter mit Sehsucht

veröffentlicht am 19.02.2010 um 09:40 Uhr · Köpfe · Artikel

Dušan Milenkovic gewann den von der EU-Kommission ausgeschriebenen Wettbewerb um das EU-Bio-Logo. Für seinen Entwurf "Euroblatt" stimmten 63 Prozent der 130.000 Personen, die im Internet zwischen drei Entwürfen wählen konnten. Die Herausforderung: Das Logo soll ohne Worte auskommen, paneuropäisch funktionieren und Bio-Natürlichkeit transportieren. Von Juli 2010 an soll es auf allen verpackten Bio-Produkten in der EU prangen.

Dušan Milenkovic kann man getrost zu dem glücklichen Teil der Menschen zählen, die schon früh ganz genau wissen, wohin sie im Leben einmal gehen, und das Ziel dann ohne Umwege verfolgen. Milenkovic - 1978 in Remscheid als Sohn serbischer Einwanderer geboren - lebte schon als Schüler im Kunstleistungskurs seine Lust am Visuellen aus. Er fing Feuer für die Street Art und war als Jugendlicher auch schon mal selbst auf Verschönerungsfeldzügen in den Straßen unterwegs. Prompt folgte eine Lehre als Mediengestalter und, weil der Design-Hunger noch lange nicht gestillt war, ein Studium für Kommunikationsdesign an der FU in Düsseldorf. Und, zack, zack - kurz nach dem Diplom, mit Studienfreund Holger Wolsing, die Gründung der eigenen Agentur "Konstruktive" in Köln. Das nennt man zielstrebig. "Beruf und Hobby sind bei mir kaum zu trennen", sagt der 31-Jährige.

Milenkovic verehrt zeitgenössische Künstler wie Erwin Wurm. In seinem Büro hängt eine Kopie der zehn Regeln des Schweizer Künstlerduos Fischli und Weiss: 1. Do one thing at a time, 2. Know the problem. 3. Learn to listen, 4. Learn to ask questions, 5. Distinguish sense from nonsense, 6. Accept change as inevitable, 7. Admit mistakes, 8. Say it simple, 9. Be calm, 10. Smile.

Sein Zuhause schmückt der Jungdesigner mit alten Filmplakaten, ihn begeistert zum Beispiel "Pierre und Paul" des Illustrators Hans Hillmann. Weil auch fast alles, was Milenkovic liest, mit Visuellem zu tun hat, und er Frank Schätzings Romane deswegen schätzt, weil sie "ein Drehbuch im Kopf entstehen lassen", findet sich Hobby-Basketballer Milenkovic selbst "fast schon ein bisschen nerdig". Was macht so einer wie er mit den 6000 Euro Preisgeld, die er für den Gewinn des Wettbewerbs bekommt? Kauft er sich ein Kunstwerk? "Ein bisschen feiern und den Rest ins Büro investieren", sagt Milenkovic, der Schnörkellose.

Die Recherchen rund um das EU-Bio-Siegel und ein Kunde aus dem Bereich Bio-Gas haben den Jungdesigner angestoßen, beruflich "mehr Leidenschaft in das Thema nachhaltige Ressourcen-Nutzung zu stecken" und wenn möglich, die Arbeit der Agentur auf dieses Gebiet zu fokussieren.

Dafür, dass im Kühlschrank zu Hause mittlerweile mehr Bio-Produkte liegen als konventionelle, ist er allerdings nicht verantwortlich. Milenkovic: "Meine Freundin achtet mehr auf Ernährung als ich."

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