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Jörg Dennig
Jörg Dennig

Jörg Dennig: Botschaft auf der Dose

veröffentlicht am 05.03.2010 um 14:19 Uhr · Köpfe · Artikel

Auf den ersten Blick sieht die Drinkbax aus wie eine typische Getränkedose mit Werbeaufdruck. Die Innovation wird spürbar, wenn man sie in den Händen hält - sie ist weich wie ein Beutel. Damit unterliegt der Werbeträger nicht dem Dosenpfand, außerdem hält sich bei einer Verköstigung die Müllmenge in Grenzen. Die Dose wurde 2007 erfunden und zählt heute bei Jung zu den Vekaufsschlagern.

Wenn es um Süßigkeiten geht, gerät Jörg Dennig ins Schwärmen. Süßwaren seien immer positiv besetzt, meint der Schwabe. An Hochzeiten, Geburtstagen, an Weihnachten - immer würden Süßigkeiten gereicht. Und das weltweit. Dennig arbeitet insofern in einer krisensicheren Branche. Denn er ist einer der Geschäftsführer der Jung Bonbonfabrik, eines Unternehmens, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1828 zurückreichen und das 1910 die erste Werbe-Süßigkeit auf den Markt brachte.

Heute ist die Firma Marktführer für süße Werbeartikel. Hergestellt werden Fruchtgummis, Kekse, Lollys, Snacks und neuerdings die Dose Drinkbax, eigentlich ein Getränkebeutel, der aber aussieht wie eine Dose. "Wir wollten Dosen mit Werbebotschaften auf den Markt bringen, aber das Dosenpfand vermeiden", sagt Dennig, der die Drinkbax maßgeblich erfunden hat. Und außerdem wenig Müll produzieren. Kürzlich wurden mit den zerdrückbaren Dosen auf einer Messe rund 1000 Leute verköstigt, der Abfall beschränkte sich auf zwei Müllbeutel.

Dennig ist bei Jung für Marketing und Vertrieb verantwortlich, permanent muss er neue, süße Werbeartikel kreieren. Seine Mitarbeiter beschreiben ihn als einfallsreich, er selbst nennt sich ungeduldig. Er ist sportlich, macht wenig Urlaub, obwohl er phasenweise intensiv ungewöhnlichen Hobbys nachgeht. Er hat eine Lizenz als Trabrennfahrer und besaß die Erlaubnis, Heißluftballone zu fahren. Inzwischen beschränkt er sich auf Mountainbike-Touren oder Skifahren. Oder er fährt mit seiner Frau im Roadster durch die Region. "Ich bin einer, der gerne Gas gibt", sagt Dennig und meint das eher im übertragenen Sinn. Erst kürzlich hat er den internen Produktionsablauf für die Herstellung von Werbebonbons wieder extrem verkürzt. Vom Druck der Hüllen bis zur fertigen Auslieferung dauert es jetzt nur noch drei Tage.

Auch beruflich ist Dennig viel auf Achse. Er pendelt regelmäßig zwischen Vaihingen, wo die Jung Bonbonfabrik ihren Sitz hat, und Arnstadt in Thüringen, wo das digitale Druckzentrum ist – zwei unterschiedliche Welten. "Wie ein Pfarrer, der zwei Gemeinden hat", sagt Dennig.

Derzeit ist wieder viel zu tun. Ostern ist nah, das Fest hat sich zu einem Umsatzbringer entwickelt. "Das war nicht immer so", sagt Dennig. Angesichts knapper Kassen hat aber ein Umdenken eingesetzt, wovon das Unternehmen profitiert. Denn: "Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft."

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