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Thomas Friemel: Enorme Entwicklung
Mit Nachhaltigkeit hatte sich Thomas Friemel eigentlich nie besonders intensiv auseinandergesetzt. Natürlich gehörte es für ihn dazu, beispielsweise Bio-Produkte zu kaufen. Doch so richtig wurde der Journalist auf das Thema erst 2008 aufmerksam. Damals besuchte er mit einem Freund den Social-Business-Kongress "Visons Summit" - "das größte Treffen der Szene", erinnert sich der 42-Jährige. "Ich war völlig überrascht, dass ich von Social Business bis dahin nichts mitbekommen hatte." Ab diesem Zeitpunkt reifte in ihm die Idee, mit Kollegen ein Fachmagazin für die Szene zu machen. Anfang 2009 trug er den Vorschlag dem Genesis-Institut, das den "Vision Summit" veranstaltet, vor. Das Institut sah jedoch eher Bedarf für einen Publikumstitel, "um den Gedanken aus der Szene hinauszutragen." Nur knapp ein Jahr später ist es soweit: "Enorm", das Magazin für eine neue Form des sozial verträglichen Wirtschaftens, geht mit Friemel als Chefredakteur an den Start (siehe Kasten).
Dabei hatte Friemel mit Journalismus eigentlich in seiner Jugend nichts am Hut. Er wollte Entwicklungshelfer werden. "Die Idee entstand während meines Zivildienstes von 1987 bis 1989 in Paderborn", erzählt der Blattmacher. Er ging diesen Weg sogar bis nach Brasilien, wo er neun Monate lang in den Favelas arbeitete. Wieder zurück in Deutschland begann er - immer noch mit dem festen Vorsatz, in die Entwicklungshilfe zu gehen - in Marburg und Berlin ein Politikstudium. Wie es der Zufall wollte, erzählte ihm ein Kommilitone über sein Praktikum bei den "Norddeutschen Neuesten Nachrichten". Friemels Interesse war geweckt. Auch er machte ein Praktikum bei dem Blatt. "Ich konnte dort schalten und walten, wie ich wollte."
So richtig lernte er das Handwerk aber erst bei einem weiteren Praktikum beim Presse- und Informationsamt der Stadt Karlsruhe. "Der damalige stellvertretende Chefredakteur hat mich ordentlich in die Mangel genommen", erinnert sich Friemel, der in seiner journalistischen Laufbahn unter anderem in leitenden Positionen bei Bauers Männermagazin "Matador" sowie bei dem Lifestyle-Titel "Player" (B&D Verlag) arbeitete: "Zu meiner ersten Zehn-Zeilen-Meldung über eine Baumfäll-Aktion bekam ich von ihm eine ausführliche Auswertung mit Anmerkungen zu jeder Zeile." Von dieser Zeit habe er unglaublich profitiert, meint Friemel: "Wenn ich heute etwas schreibe, steht mein damaliger Chef irgendwie noch immer hinter mir." Er wird dann wohl auch über die Textqualität bei "Enorm" wachen - irgendwie.
DIE IDEE: Wirtschaft propagiert das Magazin "Enorm": "Social Business", ein Ansatz, der Kapitalismus, Soziales und Ökologie vereinen soll. Der Titel mit internationalem Anspruch, der auch in einer englischsprachigen Teilauflage erscheint, startet am 18.März. Die deutsche Ausgabe kommt in einer Auflage von 80.000 Exemplaren. Preis: 7,50 Euro. "Enorm" erscheint im Hamburger Social Publishing Verlag.
Pauker Redakteur














