Kreative Werber sind auch gute Musiker. Das beweisen Talente wie Michael Trautmann.
Kreative Werber sind auch gute Musiker. Das beweisen Talente wie Michael Trautmann. © Foto:

| | von Susanne Herrmann

Apps für Werber: Digitale Helfer für die Kreativarbeit II

Werber sind nicht nur beim Gestalten und Texten kreativ, sondern auch in ihrer Freizeit: W&V Online stellt im fünften Teil der Serie Apps vor, die die Kreativität jenseits der Arbeit stimulieren. Sie ahnen schon: Da ist Musik drin. Eine absolut nicht repräsentative Umfrage unter unseren Lesern hat gezeigt, dass der meisten Werber Lieblingsapp "Shazam" ist, eine Musikerkennung. Erkennen ist aber nur die halbe Miete: Musizieren kann man auch mit dem iPhone nahezu perfekt - das hat am eindrucksvollsten die Band Atomic Tom bewiesen.

Wir wissen, dass viele von Ihnen neben dem Job auch noch in Bands singen und spielen (oben). Wer kreativ ist, ist das meist auch noch nach 19 Uhr und hat ganz offenbar viele Talente. Hier wird es aber bei der Musik nicht bleiben: Es gibt noch einiges mehr für iPhone und iPad, was die Fantasie anregt. Ihre sowieso: Kreativ sein mit Apps - mit diesen.

Teil 5: Kreative Apps

Garage Band (iPad, 3,99)

Wie haben Atomic Tom das gemacht? Hiermit: Garage Band. Das Programm bringt das meiste von dem mit, was eine Rock- oder Popband dabei hat: Schlagzeug und Percussion, Klavier und Synthesizer, Gitarre, Bassgitarre, das alles noch in einer "Smart"-Version: In der muss der Musiker dann nicht alles selbst spielen, sondern kann die Hintergrundbeats oder Akkorde einspielen. Beim selbst einspielen hilft bei Bedarf ein Metronom, den Takt zu halten. Wenn Sie die Töne nicht treffen, hilft aber nichts.

Wer Gitarre lieber in Echt spielt, schließt sie an den Garage-Band-Verstärker an. Und einen Audio-Recorder zum Einsingen gibt es sowieso (mit Effekten, klar: Soll sich Ihre Stimme anhören wir durchs Telefon, wie ein quietschendes Eichhörnchen, wie im Konzertsaal?). Sie können zwischen Akustik- und Rockinstrumenten wählen, Tonarten einstellen, die Tonspuren natürlich dann zusammenbauen. Die Blasinstrumente lassen sich hier dann auch noch einbauen. Kurzum: Für musikalisch Begabte ein Klacks. Eitle Gemüter könne direkt aus der App ihr Werk zu iTunes hochladen. Die anderen: üben, üben, üben.

Voice Band (iPhone, iPad kompatibel, 1,59€)

Sie sind nicht annähernd so gut wie Atomic Tom und fühlen sich überhaupt nicht recht sicher, was Instrumente angeht - dafür singen Sie leidenschaftlich gern? Nutzen Sie das und machen Sie aus Ihrer Stimme eine ganze Band, statt nur allein im Auto zu schmettern. Voice Band wandelt Ihren Gesang in den Klang von Bass, Saxophon, Orgel, Gitarre, Schlagzeug um (mehr Instrumente gibt es in-App im "Voice Band Store" für je unter einem Euro).

Zur Inspiration laden Sie einen Titel aus Ihrer iPod-Musikliste und singen den mit - kein Problem. Ein Metronom hilft bei Eigenkompositionen den Takt zu halten. Fertige Stücke (Effekte drauf und abgemischt) schicken Sie dann als MP3 per E-Mail an Freunde - oder Feinde.

Die Bedienungselemente sind leider alle auf Englisch, aber da hilft im Zweifel probieren weiter.

Music ID (iPhone, iPad, 0,79€)

Wenn Sie musikalisch sind, aber kein Instrument spielen, keine Noten lesen und nicht singen können, wenn Sie Talent als DJ haben - oder zusätzlich zu alldem: Ihre Lieblings-App "Shazam" brauchen wir Ihnen kaum noch vorzustellen. Aber die Alternative dazu: Music ID erkennt ebenfalls Musiktitel, die gerade laufen. Im Fahrstuhl, im Autoradio, aus dem Auto nebenan im Stau. Die App identifiziert das Stück und Sie können es direkt vom Handy aus im iTunes-Store kaufen.

Zwar kostet Music ID 79 Cent. Gegenüber der Gratisversion von Shazam hat die App aber den Vorteil, dass die Zahl der Lieber nicht begrenzt ist. Bei Shazam bekommt man dafür Social Media mit dazu und kann Lieber mit Freunden teilen. Wer das aber unbegrenzt genießen will (ebenso wie das Erkennen), der zahlt 4,99€ - für die Version "Shazam Encore" oder besser gleich für "Shazam Red" - das unterstützt mit den Einnahmen den Kampf gegen Aids in Afrika.


Holler Gram (iPad, gratis)

Bisher haben Sie sich die Zeit in endlosen Besprechungen mit Bullshitbingo vertrieben (rechts "Marketing" auswählen), aber das kennen Ihre Kollegen schon. Hier kommt Abwechslung: Und wo Bullshitbingo an der Verbesserung der Sprachkompetenz arbeitet, ermöglicht Holler Gram zudem noch konstruktive Beiträge zum Thema. Das hängt von Ihnen ab: Sie können mit Holler Gram Ihr iPad wie eine Tafel benutzen und in die Höhe halten, um - wie Sie es durch Facebook und Twitter gewohnt sind - Ihr Missfallen oder Ihre Zustimmung kundzutu oder Ounkte vergeben.

Wem die Vorlagen (leider alle auf Englisch, daürf zu verschiedenen Themen wie "In der Bar", "Sitzung") nicht ausreichen, der schreibt seinen eigenen Kommentar. Speichern lässt sich der leider nicht; eigene Vorlagen anlegen können Sie also nicht dauerhaft. Aber Ihren Beitrag direkt weitertwittern können Sie. Und wie wir Sie kennen, fallen Ihnen noch ein Dutzend anderer Verwendungsmöglichkeiten ein.

Situationist (iPhone, iPad kompatibel/iOS 4.0, gratis)

"Verwendungsmöglichkeiten" ist das Stichwort: "Situationist" könnte bei ausreichender Verbreitung viel Freude machen. Warum das kreativ ist? SIe sehen rechts ja nur viel Schwarz und ein bisschen Schrift? Weil die App eine ganz eingewillige Auslegung von "Social Media" darstellt. Und weil sie Sie möglicherweise zu neuen Wegen der Kontaktaufnahme (mit der Zielgruppe) inspiriert.

Situationist kreiert aufregende Situationen und neue Kontakte. Aber draußen in der realen Welt, nicht auf einer digitalen Ebene. Die ist nur das Verhikel: Angemeldete Situationisten wählen aus, welche Situation sie gern erleben möchten, aus den Vorgaben oder selbst ausgedachte; diese werden aber vor der Freischaltung überprüft. Porträt hochladen, abwarten: Andere Mitglieder können sehen, was Sie sich wünschen, sofern sie sich in der Nähe aufhalten - und einfach das tun, was Sie vorgeschlagen haben.

Dann könnte es sein, dass Sie auf offener Straße einfach jemand für fünf Sekunden in die Arme schließt. "Fear not!" - "Keine Angst!" ist das Motto der Macher. Interaktion ist gar nicht so schlimm. Aber das wussten Sie ja bereits.


Bei den vorgestellten Apps handelt es sich um eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Ihnen hat sicher was gefehlt: Welche Apps fördern Ihre Kreativität, helfen Ihnen bei der Arbeit? Ihre Anregungen schicken Sie uns gern per E-Mail!

Alles rund ums iPad finden Sie in unserem Special.

Die ersten Teile unserer Serie "Apps für Werber" finden Sie hier: Teil 1: Planen und Organisieren, Teil 2: auf Reisen, Teil 3: Recherche, Teil 4: Kreativität I.

Apps für Werber: Digitale Helfer für die Kreativarbeit II

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