Kampagne | | von Kerstin Richter

Dorten wirbt mit "Zeit"-Autoren für die Wochenzeitung

In der Regel entsteht Werbung für "Die Zeit" inhouse. Doch jetzt hat sich die Verlagsleiterin Stefanie Hauer Unterstützung von einer Agentur geholt: Dorten, mit Büros in Stuttgart und Berlin, entwickelte gemeinsam mit dem Hamburger Verlagshaus eine neue Kampagne, die am 13. Februar mit Schwerpunkt Kino an den Start geht. Das berichtet W&V in der aktuellen Ausgabe. Entstanden sind fünf kontemplativ wirkende Filme, in denen "Zeit"-Autoren von sich und ihrer Arbeit erzählen – darunter der für seine "100 Fragen an" bekannte Moritz von Uslar. "Wir haben uns von den Werten der Zeit inspirieren lassen, ohne ein bestimmtes Vorbild aus der Werbewelt zu haben. Wir wollten etwas Neues schaffen", beschreibt Hauer den Anspruch an den neuen Auftritt. Man wolle damit "die Marke zelebrieren".

Da sich die Autoren-Porträts laut Agenturchef Christian Schwarm "nicht wie Werbung anfühlen sollten", führten er und der stellvertretende Chefredakteur Bernd Ulrich zunächst mit jedem der fünf ausgewählten Redakteure ein 90-minütiges Gespräch, aus dem ein rund 90-sekündiges Exzerpt geschnitten wurde. Gedreht wurde schließlich mit der One-Shot-Technik. Eine leichte Zeitlupe vermittelt zusätzlich das Gefühl der Ruhe (Produktion: Bears Calling, Regie: Maximilian Wiedenhofer und Justin Kruse).

Die "Zeit"-Werbefilme werden in Programmkinos sowie in den großen Häusern im geeigneten Umfeld von Filmen wie "Monuments Men" zu sehen sein. Parallel zum Kampagnenstart wird die Internetpräsenz www.fuer-die-zeit.de freigeschaltet. Printanzeigen ergänzen die Kampagne.

 

Dorten wirbt mit "Zeit"-Autoren für die Wochenzeitung

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Im Taxi nach Irgendwo: Freie Journalisten kapern "Zeit"-Kampagne

von Petra Schwegler

Mit Image-Filmen im Stil der neuen "Zeit"-Kampagne von Dorten trommelt der Verband Freischreiber für die gerechte Behandlung freier Journalisten. In fünf kontemplativ wirkenden Filmen erzählen die "Zeit"-Autoren seit knapp einer Woche vor allem in Kinospots von sich und ihrer Arbeit, darunter der für seine "100 Fragen an" bekannte Moritz von Uslar. Parallel zum Kampagnenstart ist die Internetpräsenz www.fuer-die-zeit.de freigeschaltet worden. Mit fünf eigenen, frechen und nachdenklich stimmenden Filmen im "Zeit"-Stil fordern indes die Freischreiber für freie Kollegen Anerkennung, faire Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung. Ein Beispiel: Während Moritz von Uslar im "Zeit"-Spot über ein Interview mit Kanzlerin Angela Merkel zu früher Morgenstund berichtet, schildert Freischreiber Björn Erichsen, dass neben der Interviewpauschale in Höhe von 38 Euro Spesen für den Kaffee des Interviewpartners nicht von der Redaktion übernommen wurden.

Auf der Freischreiber-Seite heißt es zur Gegen-Kampagne: "Wir begrüßen das Ansinnen, die Menschen und Bedingungen zu zeigen, die Qualitätsjournalismus schaffen. Deshalb haben wir die Kampagne um fünf eigene Filme ergänzt." Ober-Freischreiber Benno Stieber ergänzt: "Gerne nehmen wir diese Einladung an. Lassen Sie uns gemeinsam für Autoren und faire Produktionsbedingungen im Journalismus werben." Mitgewirkt haben Silke Burmester, Björn Erichsen, Gundi Kupitz, Jakob Vicari und Bertram Weiß. Kamera und Schnitt liegen bei Oliver Eberhardt, filmduene.de. Erst vor wenigen Tagen hat Journalismus-Professor Frank Überall erläutert, warum Verleger mit "Tieflohn-Textern" nur verlieren können.

Hier sind die fünf Werbefilme der Freischreiber zu finden. Die "Originale" der "Zeit" und Infos zur Ur-Kampagne stehen hier.

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben