Knut Maierhofer ist Gründer und Geschäftsführer von KMS Team in München. Auf der Referenzliste der vielfach prämierten Corporate-Design-Agentur stehen u.a. Audi, Axel Springer, ProSiebenSat.1, Saturn und Vodafone.
Knut Maierhofer ist Gründer und Geschäftsführer von KMS Team in München. Auf der Referenzliste der vielfach prämierten Corporate-Design-Agentur stehen u.a. Audi, Axel Springer, ProSiebenSat.1, Saturn und Vodafone. © Foto:

| | von Frank Zimmer

"Erika Mustermann hat in einer Design-Jury nichts zu suchen"

Wie massentauglich muss Design sein? Der Hamburger Agenturchef Holger Prüßner fordert von der Branche mehr Bodenständigkeit und würde Design-Awards am liebsten von den Nutzern vergeben lassen. Knut Maierhofer, Gründer von KMS Team, hält entschieden dagegen.

"Natürlich kann man darüber streiten, ob jeder einzelne Design-Wettbewerb wirklich nötig und sinnvoll ist. Aber eines ist klar: Designer haben – wie alle Kreativen – einen Kulturauftrag. Deshalb sollten auch Fachleute über die Qualität von Design urteilen und nicht Otto Normalverbraucher oder Erika Mustermann. Wohin es führt, wenn der Massengeschmack zur Richtschnur für kreative Leistungen wird, sieht man am Fernsehprogramm, der Schlagerparade oder einem beliebigen Warenhaus-Katalog. In einer solchen ästhetischen Welt möchte ich nicht leben.

Auch für Unternehmen haben Design-Wettbewerbe eine wichtige Funktion: Sie erkennen zunehmend das Potential von Design für ihren wirtschaftlichen Erfolg und betrachten es immer mehr als machtvolles Instrument im Kampf um Marktanteile. Dementsprechend ist die Relevanz von Kreativrankings für Auftraggeber gewachsen, da sie Designwettbewerbe nicht länger als Schönheitswettbewerbe innerhalb des Fachbereichs betrachten, sondern als Indikator dafür, welche Kreativen sie am besten unterstützen können.

Das Ziel unserer Arbeit ist nicht der Gewinn von Auszeichnungen, sondern die optimale Lösung für unseren Auftraggeber durch das ganzheitliche Zusammenspiel von Markenstrategie, Markenkommunikation und Markendesign. Exzellentes Design ist dafür essentiell, da ausschließlich das positiv wahrgenommen wird, was inspirierend, ästhetisch und funktional ist. Nur wenn es einzigartig und unverwechselbar ist, kann Design in Kombination mit einem guten Produkt zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens beitragen. Und das können nur Fachleute beurteilen.

Um die Relevanz von Design-Rankings noch zu steigern, wäre also ein Award mit Nutzer-Jury der falsche Weg. Der einzige Wettbewerb, der die unter einer Angebotsschwemme leidende Design-Award-Szene noch bereichern kann, ist eine Auszeichnung für Arbeiten, die nachweislich und messbar zum nachhaltigen wirtschaftlichen Unternehmenserfolg beigetragen haben."

Autor: Knut Meierhofer, Managing Partner von KMS Team.

"Erika Mustermann hat in einer Design-Jury nichts zu suchen"

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