Gewagter Spot von Lowe GGK: Palmers raubt die Sinne
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| | von Susanne Herrmann

Gewagter Spot von Lowe GGK: Palmers raubt die Sinne

Schöne Unterwäsche ist eigentlich schon etwas fürs Auge. Auch aber für den Tastsinn. Und Fühlen ebenso wie Hören werden im aktuellen Spot für Palmers intensiv herausgestellt. Denn: Die Hauptfigur im Werbefilm der Wiener Agentur Lowe GGK ist blind.

Mit diesem gewagten Film, der ab 14. November in Österreich ausgestrahlt wird und via Youtube für jedermann sichtbar ist, wird die Wäschemarke Palmers wohl für Gesprächsstoff sorgen, wohl auch außerhalb der Alpenrepublik. Nicht nur, weil Palmers sich damit nach zehn Jahren Abstinenz im Werbefernsehen zurückmeldet. Sondern auch, weil mit der Behinderung eines Menschen geworben wird. Ein schöne junge Frau zieht ihre Unterwäsche an, Höschen, BH, Strümpfe - und als sie sich anschickt, das Haus zu verlassen, sieht der Zuschauer: Sie ist blind.

Bei der Entwicklung der Kampagne haben Lowe GGK und Palmers, Wien, eng mit der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs zusammengearbeitet (zu sehen auch im Making of). Zur Freude der Vereinigung, weil hier eine selbstbewusste, starke junge Frau gezeigt wird. "Palmers hat im Vorfeld der Produktion viele Informationen über die Lebesrealität von visuell beeinträchtigten Menschen eingeholt und sich mit großer Offenheit dem Rat unserer Experten gestellt", sagt Irene Vogel, Geschäftsführerin der Hilfsgemeinschaft. Im Sinne der Teilhabe sehbehinderter Menschen an der Gesellschaft sei das Ergebnis der Zusammenarbeit "beispielhaft im besten Sinne".

Doch warum werben mit einer Blinden? Zunächst einmal "ist eine blinde Frau nicht in erster Linie blind, sondern in erster Linie Frau", macht Marketingleiterin Gudrun Liska gegenüber W&V Online deutlich. Und weil es beim Kauf von Wäsche nicht allein auf die Optik ankomme: Hochwertige Dessous fühlen sich vor allem besser an - und "blinde Menschen haben eine wesentlich höhere Sensibilität, sie verlassen sich beim Dessous-Kauf mehr auf das, was ihnen ihre Hände und ihr Körper über das Wäschestück verraten", erklärt Liska. Die Darstellerin Nicole Poturalski ist übrigens nicht blind. Man habe nach einem passenden blinden Model gesucht, aber keines gefunden, erklärt die Palmers-Marketingchefin gegenüber dem Österreichischen Magazin "Der Standard".

Die Kampagne wird nun österreichweit im Fernsehen eingesetzt. Weil der Einsatz im deutschen Fernsehen zu viele Streuverluste bedeutet, denkt Palmers aber darüber nach, gegebenenfalls in den Ballungsräumen, wo der Unterwäschehersteller mit Filialen vertreten ist, in die Kinos zu gehen. Begleitende Maßnahmen konzentrieren sich auf Social Media, PR und CRM.

Plakate, mit denen Palmers in den Neunzigern auch hierzulande für Aufsehen sorgte, wird es diesmal nicht geben, sagt Gudrun Liska: "Daran anzuknüpfen, indem man auf dasselbe Medium wie damals setzt, ist zu wenig, die Wettbewerbssituation ist heute eine andere." So fiel die Wahl auf Fernsehen. "Wenn ein Bild mehr als 1000 Worte sagt", erklärt Liska, "sagen 25 Bilder pro Sekunde umso mehr."

Bei Lowe GGK wird Palmers betreut von Rudi Kobza, Michael Kapfer-Giuliani (Geschäftsführer), Nicole Willixhofer (Kundenberatung), Dieter Pivrnec (ECD), Thomas Tatzl, Andreas Spielvogel (CDs + Konzept) und Ralf Gahleitner (Konzept). Den Film produzierte die PPM Filmproduktion mit Regisseur Ivo Wejgaard. Bei Palmers wird Gudrun Liska, Head of Division Marketing, unterstützt von Margot Heinrici (Head of Team Marketing & Coordination).

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