Kreativer gekündigt | | von Markus Weber

"Mein Wunsch, Elternzeit zu nehmen, hat alles verändert"

Eine süddeutsche Agentur hat schon jetzt die beste Chancen auf den Titel "Stilloseste Kündigung des Jahres". Sie feuerte einen Kreativen unmittelbar nach seiner Rückkehr aus der Elternzeit - und präsentiert ihn gleichzeitig als "Vollzeitpapa" auf ihrer Website. W&V hat mit dem betroffenen Designer Stefan D. gesprochen.

Herr D., wissen Sie, was auf der Website Ihrer Agentur über Sie steht?

Natürlich. "Stefan geht leider in Elternzeit und kehrt erst wieder im Neuen Jahr gut erholt zu uns zurück....."

Was ist genau passiert, als Sie am Montag "gut erholt" zurückgekehrt sind?

Ich bekam die Kündigung und wurde freigestellt. 

Wie war Ihre erste Reaktion?

Ich war fassungslos. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

Der Chef hat Ihnen die Kündigung am ersten Arbeitstag nach der Elternzeit in die Hand gedrückt. Haben Sie sich schon schlau gemacht? Durfte er das überhaupt?

Unsere Agentur hat nur neun festangestellte Mitarbeiter. Das Kündigungsschutzgesetz gilt aber nur für Betriebe, die regelmäßig mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigen. Deshalb bekomme ich im Februar mein letztes Gehalt.

Sie waren fast fünf Jahre in der Agentur beschäftigt. Welcher Grund wurde Ihnen für die Kündigung genannt?

Mein Chef sagt, er sei mit der Qualität meiner Arbeit nicht mehr zufrieden gewesen. Was jahrelang nie ein Thema war, weil meine Kreativarbeit natürlich auch Anteil an Pitch-Erfolgen hatte. Ich war auch an unserem Website-Award beteiligt, der für ziemlich große Aufmerksamkeit gesorgt hat. Und während meiner Elternzeit hat er mich noch für ein paar Tage in die Agentur reingeholt, als Not am Mann war. Außerdem habe ich Kunden durch private Beziehungen direkt an die Agentur vermittelt. Insgesamt  ist es schwer für mich zu glauben, dass die Qualität meiner Arbeit der Grund war. 

Und was, glauben Sie, ist der wahre Grund?

Der Agenturchef hat es mir übel genommen, dass ich überhaupt Elternzeit genommen habe. Als ich ihn zum ersten Mal von meinem Wunsch in Kenntnis setzte, ist er fast aus allen Wolken gefallen. Später meinte er dann: Zwei Monate wären für ihn o.k. - maximal! Da schwang für mich schon eine unterschwellige Drohung mit. Ich musste aber länger Elternzeit nehmen, weil wir damals noch keinen Kita-Platz hatten. Auch die Angst, dass ich künftig vielleicht ab und zu mal früher los muss oder dass vielleicht irgendwann noch ein zweites Kind kommt, könnte den Chef zur Kündigung veranlasst haben. Das halte ich sogar für sehr wahrscheinlich.

Das Verhältnis zwischen ihnen war aus diesem Grund abgekühlt.

Wir haben lange Zeit ein gutes Verhältnis gehabt. Doch mein Wunsch, Elternzeit zu nehmen, hat alles verändert.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir waren gerade dabei, ein Haus zu kaufen. Daraus wird jetzt natürlich nichts. Das ist in weite Ferne gerückt. Gerade eben habe ich mich arbeitslos gemeldet. Jetzt bin ich dabei, meine Bewerbungsunterlagen aufzufrischen. Ich hoffe natürlich, möglichst schnell etwas zu finden. Es wäre fair gewesen, wenn mich der Chef früher von seinen Absichten in Kenntnis gesetzt hätte. Dann hätte ich in aller Ruhe nach einer neuen Stelle suchen können.

Können Sie - nach Ihren jetzt gemachten Erfahrungen - anderen noch guten Gewissens empfehlen, selbst Elternzeit zu nehmen?

Auf jeden Fall! - Ich habe vor allem eins gelernt: Die Familie geht vor. Denn die bleibt (idealerweise) für immer. Während das mit den Jobs in unserer Branche ja oft ein recht schnelllebiges Geschäft ist. Was die Länge der Elternzeit angeht, da würde ich mir heute aber wohl tatsächlich mehr Gedanken drüber machen. Da hätte ich stärker vorfühlen müssen. Vor allem aber sollte man ganz am Anfang mehr darauf schauen, ob der Arbeitgeber, für den man sich entscheidet, sich durch Familienfreundlichkeit auszeichnet.

Eine Frage zum Schluss: Wie geht es Ihrem Sohn?

Dem geht's gut. Er ist am Samstag ein Jahr alt geworden.

"Mein Wunsch, Elternzeit zu nehmen, hat alles verändert"

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Nur unkreative Agenturchefs hassen Elternzeit

Kaum ein W&V-Artikel hat diese Woche im Netz für so viel Gesprächsstoff gesorgt, wie die Geschichte des entlassenen Kreativen aus Stuttgart. Er hat unmittelbar nach der Rückkehr aus der Elternzeit seinen Job verloren. Während ihn sein Chef gleich am Eingang abfing, warb seine Agentur auf ihrer Website immer noch mit ihrem Mitarbeiter, dem "Vollzeitpapa" Stefan, der "leider" in der Babypause sei und auf dessen Besuch man sich freue. Mittlerweile hat auch "Bild" über den Fall berichtet.

Die zahlreichen Kommentatoren auf unserer Facebook-Seite und unter dem Interview mit Stefan D. waren sich in einem Punkt einig: Diese Kündigung ist an Stillosigkeit und Zynismus schwer zu übertreffen. Leider trägt sie noch ein Stück zum schlechten Arbeitgeber-Image der Agenturen bei. Ein Problem, das unsere Branche aber nicht durch Wegschauen und Schönreden lösen wird.

Manchmal kam auch der Einwand: Elternzeit sei zwar toll, aber für Unternehmen trotzdem ein Problem. Im konkreten Fall ging es um eine Agentur mit neun Mitarbeitern. Auf Facebook rechnete jemand vor, die Elternzeit eines Einzigen sei für so ein kleines Unternehmen so schlimm wie für Mercedes der schlagartige Ausfall von 30.000 Angestellten.

Ja, Elternzeit ist ein organisatorische Herausforderung. Aber kein unlösbares Problem. Und schon gar keins, das über Nacht auftritt, denn jeder Chef hat nach geltendem Recht mindestens sieben Wochen Zeit, um sich darauf einzustellen und Ersatz zu organisieren. Auch das Geld dafür sollte vorhanden sein, es muss nur auf ein anderes Konto überwiesen werden. Während ihrer Elternzeit sind Mütter oder Väter bekanntlich nicht auf der Payroll.

Manchmal ist es sehr schwierig, innerhalb von sieben Wochen geeigneten Ersatz für einen Kollegen in Elternzeit zu finden. Zum Beispiel in einem Herztransplantationszentrum, an einem Lehrstuhl für usbekische Philologie des Spätmittelalters, beim Richterkollegium im NSU-Prozess oder im Kommando Spezialkräfte im Nordirak.

Aber in einer Agentur?

In einem Markt, in dem man gerne und oft mit guten Freelancern zusammenarbeitet?

In einer Branche, die davon lebt, Netzwerke zu pflegen?

Wer, wenn nicht ein Agenturchef, verfügt über die notwendigen Kontakte und die Ideen, um einen vorhersehbaren personellen Engpass zu meistern? Lassen Sie uns mal überlegen.

Und wer verlangt von seinen Mitarbeitern gerne Flexibilität und kreative Lösungen? Ich komme gerade nicht drauf.

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Wickel-Vakanz: Wie die Agenturen Elternzeit organisieren

von Markus Weber

Der Fall des Designers Stefan D., der am Tag seiner Rückkehr aus der Elternzeit vom Agenturchef gekündigt wurde, hat die Gemüter in der Branche erregt. Grund genug für W&V Online, sich bei Agenturen noch einmal genauer umzuhören und danach zu fragen, wie sie mit nachwuchsbedingten Auszeiten und Vakanzen organisatorisch umgehen. Denn: Wenn Mitarbeiter aufgrund von Elternzeit länger ausfallen, stellt das die Agenturen vor planerische Herausforderungen.

Bei Grey zum Beispiel sind aktuell 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Elternzeit, und zwar ganz überwiegend Frauen. Einige von ihnen arbeiten während dieser Phase weiter in Teilzeit für die Agentur. Diese Möglichkeit sieht das Gesetz ausdrücklich vor. Die Anzahl der Männer, welche Elternzeit beantragen, sei in der Agentur aber noch ziemlich gering, räumt Grey-Chef Dickjan Poppema ein: "In den vergangenen zwei Jahren habe ich lediglich vier Fälle in unserer Agentur gezählt; für dieses Jahr haben sich bereits drei Väter angekündigt."

Der Aufwand für die Überbrückung der Ausfallzeiten sei nicht zu unterschätzen, sagt Poppema. "Oftmals müssen die Kollegen den Elternzeitler, wenn er oder sie nur "kurz" weg ist, mit extra Man-Power 'überbrücken'." Kritisch könne es auch in der Zeit danach werden, zum Beispiel dann, wenn eine Abteilung plötzlich fast nur noch aus Teilzeitkräften bestehe. Eine gesetzliche Pflicht, bisherige Vollzeitler nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit in Teilzeit weiter zu beschäftigen, besteht übrigens nicht.

Kleine Agenturen tun sich mit Abwesenheiten aufgrund von Elternzeit meist schwerer als große Networks. "Es geht um das Organisieren einer befristeten Vertretung, das Einarbeiten in laufende Projekte und die Frage, wie der Kunde reagiert", beschreibt Rüdiger Straub, Geschäftsführer von Straub & Linardatos, die wichtigsten Herausforderungen. Für ihn überwiegen am Ende aber ganz klar die Vorteile: "Die Agentur nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung an, sie hat zufriedene Mitarbeiter und im Idealfall durch die Vertretung auch frische Ideen." Gerade in der heutigen Zeit sei die Bindung motivierter Mitarbeiter an die Agentur sehr wichtig. Außerdem, so Straub, gehe es nicht nur um die Elternzeit. "Flexible Regelungen für berufstätige Eltern sind bei uns die Regel." Bei Straub & Linardatos arbeiten viele Führungskräfte halbtags, um sich nachmittags ihren Kindern widmen zu können.

Thomas Seruset, Chef der Ulmer Digitalagentur Zeroseven, sieht die Elternzeit inzwischen längst als Standard an: "Alle meine Mitarbeiter, die Nachwuchs bekommen haben, haben in irgendeiner Form Elternzeit genommen." Das sei alles nur eine Frage der Planung. Wichtig sei, dass rechtzeitig informiert werde: "Wenn ich frühzeitig planen kann, bin ich auch in der Lage, nach einem Ausgleich zu schauen." Eine Auszeit von zwei bis drei Monaten könne man ohne Problem intern auffangen. Doch auch dann müssen Kunden selbstverständlich darüber informiert werden, dass der Mitarbeiter für eine bestimmte Zeit nicht erreichbar ist.

"Doch auch eine längere Ausfallzeit lässt sich überbrücken. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", ist Seruset fest überzeugt. Bei der Suche nach Ersatz - sei es in Form eines Freelancers oder in Form einer befristeten Anstellung - könne man ja auch den Arbeitnehmer mit in die Verantwortung nehmen. "Als Familienvater schätze ich die Väter, die sich für ihre Kinder die nötige Zeit nehmen", sagt der Agenturchef aus Ulm.

"Kinder krempeln das ganze Leben um", weiß auch Virginie Briand aus eigener Erfahrung. Sie ist Beratungschefin der Münchner Agentur 19:13 und Mutter. "Im Ergebnis führt das dazu, dass ich meinen Arbeitsalltag stärker denn je zeitlich strukturiere, priorisiere und delegiere. Sowohl mein Geschäftspartner, der nun ebenfalls Papa wird, als auch ich arbeiten daran, sämtliche Agenturprozesse und -strukturen zu verändern. Unsere Meetings haben wir dezimiert und komprimiert und spezielle Arbeits-Powerphasen eingeführt. Ungestört von E-Mail, Telefon und internen Anfragen können Mitarbeiter hier in Ruhe an ihrem Projekt arbeiten." Das Arbeiten mit Freelancern und Home-Office sei im Kreativ- und Produktionsbereich wesentlich einfacher zu organisieren als in der Beratung. Die Auftraggeber, so Briand, gingen mit einem Elternzeit-bedingten Wechsel des Agentur-Ansprechpartners relativ entspannt um. Denn die Marketingabteilungen seien beim Thema Elternzeit schon deutlich weiter als die Agenturen. (mw/fs)

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Elternzeit-Kündigung per Mail: Wie Katharina S. ihren Agenturjob verlor

von Thuy Linh Nguyen

Kein Artikel auf W&V Online ist in diesem Jahr so oft gelesen und so intensiv diskutiert worden, wie die Geschichte des Stuttgarter Werbers, der unmittelbar nach der Rückkehr aus der Elternzeit entlassen wurde. Der rüde Umgang ist gerade in kleineren Agenturen leider kein Einzelfall. Eine Münchner Art Directorin hat uns ihre Geschichte erzählt.

Die Mail trug die Betreffzeile "Arbeitsverhältnis" und kam unerwartet: "Liebe Katharina, nach reiflicher Überlegung muss ich dir leider mitteilen, dass wir dein Angestelltenverhältnis zu deinem Wiedereintritt nach der Elternzeit kündigen werden." Vor drei Jahren hat sich Katharina S. (Name der W&V-Redaktion bekannt) dafür entschieden, in einer kleinen, auf Modekunden spezialisierten Agentur in München ihre Kreativ-Ideen einzubringen. Als sie Mitte letzten Jahres in Elternzeit ging, ahnte sie noch nicht, dass sie ersetzt werden sollte.

Eigentlich hatte es so gut angefangen: Als die erfahrene Art Directorin ihren Job antrat, herrschte eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Ihrem Vertrag zufolge hatte sie eine Vier-Tage-Woche, meist arbeitete sie aber zusätzlich von zu Hause aus. "In unserer Branche arbeitet man ja ohnehin mehr als im Vertrag steht", so die 39-Jährige. Sie verstand sich gut mit ihren Kollegen und unterstützte die Agentur bei einem umfassenden Relaunch. Die ausgebildete Kommunikationsdesignerin vermittelte freie Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber und war maßgeblich an der Verteidigung des Etats des größten Kunden der Agentur beteiligt.

Als sie ihrem Chef erklärte, schwanger zu sein, veränderte sich das Arbeitsklima. Ihr Vorgesetzter begann sogar, ihr das Elternsein schlecht zu reden. "Für sich und seine Frau beansprucht er, sowohl Kinder als auch einen Arbeitsplatz zu haben. Mir gesteht er dieses Recht aber nicht zu. Ich war schon immer ein Karrieremensch. Aber Kinder gehören für mich nun mal zum Leben", sagt Katharina S., die ihren Namen nicht in der Öffentlichkeit nennen will. Die werdende Mutter wollte ursprünglich nur kurz Elternzeit nehmen. Doch da der Chef frühzeitig eine neue Mitarbeiterin als Vertretung einstellte, entschloss sie sich ein ganzes Jahr zu nehmen. Trotz der veränderten Stimmung war der Abschied kurz vor der Geburt herzlich. Die Kollegen beschenkten Katharina S. mit allerlei Babyartikeln. Deshalb ging die heutige Mutter eines zehn Monate alten Jungen davon aus, nach ihrer Pause ganz normal wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren zu können.

Bereits während ihrer Schwangerschaft suchte die werdende Mutter einen Krippen-Platz in der Nähe der Agentur. Katharina S. hatte Glück: Wenige Monate nach der Geburt ihres Sohnes fand sie einen Betreuungsplatz für fünf Tage in der Woche. Sie informierte ihren Chef sofort und bat darum, ihre 32 Stunden auf fünf Tage verteilen zu können. Eine Formalie, wie sie dachte, da sie ja immer und auch am Wochenende für Agentur und Kunden erreichbar gewesen war. Erst auf erneute Nachfrage meldete er sich und bat um mehr Bedenkzeit.

Dann die böse Überraschung: Am 29. Januar erhielt Katharina S. die Mail mit der Ankündigung, man würde das Arbeitsverhältnis mit ihr nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit umgehend kündigen. Ihr Chef beruft sich dabei auf §18 des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG), nach dem der Arbeitgeber seine Angestellten nach der Elternzeit mit einer Vorlaufzeit von drei Monaten entlassen darf. "Nicht alles, was gesetzlich machbar ist, ist auch moralisch vertretbar. Es hat mich sehr gekränkt, dass er nicht einmal persönlich mit mir geredet, sondern nur eine E-Mail geschickt hat", erzählt die Kreative. 

Die konzeptstarke Art Directorin hat vorher in mehreren namhaften, großen Agenturen gearbeitet. Dort wäre eine solche Kündigung nicht möglich gewesen. Der Chef von Katharina S. kann aber eine Klausel im Kündigungsschutzrecht nutzen: Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern dürfen auch junge Mütter und Väter ohne jegliche Angabe eines Grundes entlassen. Das wurde auch dem Stuttgarter Kreativen Stefan D. zum Verhängnis. Katharina S. empfindet das als besonders bitter: "Nicht nur, dass Frauen - durchaus auch mit Kindern - die Hauptzielgruppe seiner Kunden sind. Seinen Auftraggebern spielt er vor, eine viel größere Agentur zu führen. Auf Mitarbeiterseite aber nutzt er die Rechte einer kleinen Agentur opportunistisch aus." (Mehr zur juristischen Situation von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in der Elternzeit finden Sie hier).

Katharinas früheren Kolleginnen aus den Networks ist es besser ergangen. "Die meisten haben Kinder, sind erfolgreich und werden sogar befördert. Mit ein bisschen beiderseitiger Anstrengung ist es also machbar, aber mein Chef hatte wohl nicht den Willen dazu", sagt die 39-Jährige. "Der Staat tut zwar viel für Mütter, aber da gibt es leider eine Gesetzeslücke."

Mittlerweile hat die Agentur noch eine weitere Mitarbeiterin eingestellt: "Ich wurde sozusagen durch zwei Personen ersetzt, die jetzt gemeinsam meinen Job machen. Aber wenn er mich nicht mehr will, ist das ok. Es gibt noch andere tolle Agenturen. Ich habe ein gutes Portfolio und bin mir sicher, schon bald einen neuen Job inklusive einem Chef mit mehr Weitsicht und Anstand zu finden."

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