Wie funktioniert das bei Jung von Matt?
Wir arbeiten eng mit verschiedenen Hochschulen wie der Texterschmiede, der Miami Ad School und der Bergh School in Stockholm zusammen, wo wir auch lehrend tätig sind. Gerade die Bergh School halte ich für richtungsweisend. Wir wollen, dass die Studenten wachsen können. Deshalb geben wir ihnen viel Zeit, damit jeder für sich selbst erkennt, wie er aus seinem Talent noch mehr machen kann.

Und in der Agentur?
Die Leute, die von diesen Schulen kommen, sind hervorragend. Aber man darf nicht erwarten, dass sie schon alles können. Sie brauchen Chancen. Für die Talente in der Agentur entwickeln wir deshalb einen strategischen Karriereplan und bieten ihnen nationale und internationale Fördermöglichkeiten, wie Junior ADC Seminare oder internationale Digital Camps. Zudem haben wir ein intensives, internes Weiterbildungs-und Coachingprogramm, das wir ständig weiter ausbauen. Außerdem ist bei allen großen Kampagnenentwicklungen immer ein Junior-Team an Bord. Mal, um zu lernen, mal um den erfahrenen Top-Kreativen zu zeigen, wo der Hammer hängt. Wenn Sie die richtigen Anreize bieten, wachsen junge Talente über sich hinaus.

Was lernen Sie von den jungen Kreativen?
Mir macht die Zusammenarbeit große Freude. Sie hält mich selber frisch und wach- denn der Nachwuchs bringt heute ein wunderbar respektloses Verständnis von Kommunikation und großes Selbstbewusstsein mit. Das gefällt mir.

Wie lässt sich Kreativität erlernen? Wieviel ist Talent?
20 Prozent sind Talent und 80 Prozent Fleiß. Und sie brauchen den unbedingten Willen, etwas erreichen zu wollen. Dazu gehört auch in den ersten ein bis zwei Jahren ein "Dauerbiwak" in der Agentur.

War das bei Ihnen genauso?
Meine eigene Karrieregeschichte ist ein Märchen. Ich hatte großartige Chefs, war immer hervorragend aufgehoben. Es ist ganz wichtig, in welche Hände man sich begibt.


Autor: Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.