Brandwatch | | von Frauke Schobelt

Social Media-Präsenz: Agenturen entdecken Twitter

Die Social-Media-Analysten von Brandwatch haben sich erneut mit dem Social-Media-Verhalten von deutschen Agenturen beschäftigt und untersucht, wie sichtbar diese in den sozialen Netzwerken sind. Als Referenzmaß wurden englische Agenturen aus dem Ranking von "Campaign" herangezogen. Der erste Social-Media-Report, vorgestellt auf der Dmexco, zeigte, dass viele Agenturen in Deutschland die Potenziale nicht genügend ausschöpfen, vor allem bei der Twitter-Präsenz gebe es noch Luft nach oben, so damals ein Fazit.

Vom 1. August bis 31. Oktober hat sich Brandwatch die Social-Media-Präsenz der 50 größten inhabergeführten deutschen Agenturen (W&V-Ranking) erneut angeschaut und analysiert, was sich gegenüber dem ersten Report verändert hat. Zusätzlich wurden im November neue Agenturen in die Channel-Analyse (Facebook und Twitter) aufgenommen: Die 217 Agenturen des Internetagentur-Rankings 2014 vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW).

Ein Fazit des Report-Vergleichs: Twitter gewinnt, Owned nimmt ab, Earned legt zu. Laut Brandwatch nutzen deutsche Agenturen Twitter stärker als im ersten Reportzeitraum und punkten bei ihrer Community vor allem mit dem Teilen von Fotos. Dafür erhielten sie deutlich mehr Retweets sowie @-Mentions, in denen die Agenturen direkt adressiert werden, was "auf ein sehr gutes Verhältnis zwischen Owned und Earned hinweist", so Brandwatch.

Während der Gesamt-Online-Buzz im ersten Untersuchungszeitraum noch zu 30 Prozent aus Content bestand, den die Agenturen selbst generiert haben, verringert sich dieser Anteil im Vergleichszeitraum auf 23 Prozent. Der Anteil an Earned Media ist somit gestiegen (77 Prozent) – laut Brandwatch "ein gutes Anzeichen für mehr Interaktion mit der Community". Am deutlichsten zugenommen haben Audience-Tweets, in denen die Agenturen direkt adressiert werden.

Zwischen August und Oktober hat sich ein Großteil der Online-Gespräche über deutsche Agenturen von News-Seiten auf Twitter verlagert. In ihren eigenen Beiträgen sowie den Retweets hat der Anteil an Fotos deutlich zugenommen. Dagegen verringerte sich der Anteil an Status-Updates sowie an geteilten Links. Insgesamt erhalten deutlich mehr deutsche Agenturen für ihre Tweets eine überdurchschnittliche Anzahl an Retweets.

Basierend auf diesen Ergebnissen stuft Brandwatch nun zehn Agenturen als sogenannte "Social Media Evengelist" und "Social Media Ninja" ein. Erstere zeichneten sich durch eine hohe Aktivität und ein hohes Engagement auf Twitter aus, ein "Social Media Ninja" liege dagegen mit der eigenen Twitter-Aktivität unter dem Durchschnitt, punkte aber mit überdurchschnittlich viele Retweets.

Betrachtet man den Share of Voice bei Twitter und Facebook, dann hat sich im Ranking der Top Ten-Agenturen nur wenig verändert. Insgesamt verzeichnet die Analyse jedoch rund 50 Prozent mehr Erwähnungen auf Twitter und Facebook. Und auch das Verhältnis von Facebook und Twitter ist diesmal ein anderes, weil Twitter deutlich zulegen konnte.

Die aktuellen Top 10 anhand ihrer Online-Erwähnungen sind: Jung von Matt, Serviceplan, Fischer Appelt, Achtung, Aperto, Webguerillas, Hirschen Group, Kolle Rebbe, Thjnk (neu) und Medienfabrik (neu). Bei der ersten Untersuchung landeten noch Damm & Bierbaum sowie die Wob AG in den Top Ten.

Nachdem Brandwatch neben den inhabergeführten Agenturen zusätzlich die Internetagenturen beobachtet hat, zeigt sich beim Follower-Ranking ein etwas anderes Bild: Über die meisten Twitter-Follower konnten sich zum Zeitpunkt der Messung (30.11.2014) SinnerSchrader, Namics und Razorfish freuen. Die aktivste Community (Twitter und Facebook) hat Netpioneer.

Das aktuelle Report Update steht zum Download unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.brandwatch.com/de/brandwatch-agenturreport-2014-update/. Den ersten Report gibt es unter diesem Link: http://www.brandwatch.com/de/brandwatch-agenturreport-2014/

Social Media-Präsenz: Agenturen entdecken Twitter

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