Die Beratungschefin Stefanie Wurst soll die Berliner Agentur von Scholz & Friends zur kreativen Drehscheibe für internationale Etats machen.
Die Beratungschefin Stefanie Wurst soll die Berliner Agentur von Scholz & Friends zur kreativen Drehscheibe für internationale Etats machen. © Foto:Scholz & Friends

Scholz & Friends | | von Conrad Breyer

Stefanie Wurst steigt in Vorstand der Scholz & Friends Group auf

Seit 2001 schon ist Stefanie Wurst bei Scholz & Friends in Berlin, seit 2003 arbeitet sie als Beratungsgeschäftsführerin in der Hauptstadt; sie ist auch Partnerin. Jetzt steht der nächste Schritt an: Am 1. Januar 2013 tritt die erfolgreiche Managerin einen Vorstandsposten in der Scholz & Friends Group an. Sie soll die Internationalisierung der Agenturgruppe vorantrieben, was nicht heißt, dass sie im Ausland Dependancen eröffnet. Scholz & Friends in Berlin wird in Zukunft vor allem internationale Kunden betreuen. Das ist das Ziel.

"Stefanie Wurst hat sich mit hohem Einsatz, Intelligenz und Durchsetzungsvermögen zu einer zentralen Leistungsträgerin unserer Gurppe entwickelt", sagt Fank-Michael Schmidt, CEO der Scholz & Friends Group. Jetzt wird sie neben Schmidt, Klaus Dittko (PR), Wolf Heumann, Martin Pross, beide Kreation, und Christian Tiedemann (CFO) das sechste und einzige weibliche Mitglied dieses Führungsgremiums.

"Ich freue mich darauf, unsere kreative Kultur mit den Möglichkeiten eines großen Netzwerks zu verbinden", sagt Wurst. Sie meint WPP. Seit Scholz & Friends zu der britischen Werbeholding gehört, ergäben sich international völlig neue Möglichkeiten. Von Berlin aus sollen internationale Kunden die optimale Betreuung weltweit erhalten. Schon jetzt betreut die Beraterin internationale Etats der Deutschen Bank, von DB Schenker, Saturn und Stihl.

Dass sie als einzige Frau dem Vorstand angehört, stört sie nicht. "Für mich war das nie etwas Besonderes," sagt sie. Sie hat schon früher, als sie noch im Ausland gearbeitet hat, immer Frauen in Führungspositionen erlebt. Jetzt werde sie eben dafür belohnt, eine große Kundenbetreuerin zu sein. "Die starke Kundenbindung ist der Grund für meine Berufung, das allein. Ich betreue die Kunden ja alle selbst." Schon jetzt stehe Scholz & Friends wieder in zwei internationalen Pitches.

Stefanie Wurst, ursprünglich aus München, startete mit einem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und hat in New York bei Ammirati & Puris angefangen, wo sie den UPS-Etat betreute. 1993 wechselte sie zu TBWA nach Hamburg und kümmerte sich dort um verschiedene Nivea-Marken. Von 1998 bis 2000 war sie als Group Regional Account Director bei TBWA in Singapur.

Insider sagen, Wurst sei auch deshalb Vorstand geworden, weil CEO Schmidt sie unbedingt habe halten wollen. Hatte Stefanie Wurst andere berufliche Pläne? Wurst selbst sagt dazu nichts. "Hier geht es nur um meine Qualifikation." Zuletzt hat Scholz & Friends einige Abgänge zu verzeichnen. So hat Kreativvorstand Matthias Schmidt die Agentur verlassen - er ist inzwischen bei DDB Tribal in Berlin - und Frank Baur ist gegangen, International Managing Director der hauseigenen Opel-Agentur OPC. Mit Wolf Heumann ist Frank-Michael Schmidt aber wieder ein Coup gelungen; er trat die Nachfolge von Schmidt an. Seitdem herrscht wieder Ruhe bei Scholz & Friends.

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