Top oder Flop: Agenturen und ihre Praktikanten
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| | von Sebastian Blum

Top oder Flop: Agenturen und ihre Praktikanten

Auch Agenturen brauchen Praktikanten. Aber brauchen Praktikanten Agenturen? Schließlich weiß auch ich: Die Wahl des Unternehmens kann ziemlich in die Hose gehen. Denn wer im Branchen-Ranking hoch oben steht, dem müssen nicht automatisch die Praktikantenherzen zufliegen. Und so stellt sich die Frage: Kreativ-Held oder doch nur Office-Barrista?

Auf der Suche nach dem Praktikanten-Mekka gibt es eine große Hilfe - das Service-Portal meinpraktikum.de: Hier können ehemalige Praktikanten dem Unternehmen bis zu fünf Sterne verleihen. Aus den Kategorien Karrierechancen, Aufgaben, Lernerfolg, Wertschätzung, Betreuung und Arbeitsatmosphäre ergibt sich dann die Gesamtnote. Gerade auch für Suchende wie mich ein sinnvolles Instrument.

Eines darf aber nicht vergessen werden: Die überschaubaren Bewertungen sind nicht unbedingt repräsentativ. Einen Großteil bezieht das Portal nach eigenen Angaben aus klassischen Umfragen an Universitäten. Jeder Online-Bericht werde zudem innerhalb von 48 Stunden gegengelesen, erklärt Stefan Peukert, Gründer und Managing Partner bei meinpraktikum.de. "Doch trotz aller Sicherheitsvorkehrungen wird es im Netz nie hundertprozentige Sicherheit geben", sagt auch er.

Scholz & Friends sind bereits auf der Plattform vertreten. Doch bei den Bewertungen steht für mich fest: Zu denen möchte ich nicht! Mit einem Durchschnitt von 2, 8 Sternen ist die Agentur das Schlusslicht. Was vielleicht nicht zuletzt auch an der Betreuung liegt (durchschnittlich 2, 1). "Können und Wissen zählen wenig im Vergleich zu Belastbarkeit und Bereitschaft, sich ausbeuten zu lassen", lautet dazu der Kommentar eines ehemaligen Praktikanten. "Auch den Mangel an 'Team-Spirit'" beklagt ein anderer. Na ja, vielleicht wird ja mit dem neuen Betriebsrat alles anders...

Gut dabei sind auf alle Fälle Jung von Matt und Serviceplan: Beide fahren mit einem Gesamtwert von vier Sternen ein gutes Ergebnis ein. Die Hamburger bieten dabei ein "Praktikum, das absoluten Einsatz voraussetzt" - wie ein User schreibt. Zwei aus drei Bewertern könnten sich die Agentur auch als Arbeitgeber vorstellen. Alle drei empfehlen das Praktikum weiter. Auch Serviceplan punktet mit "angenehmer Atmosphäre".

Im Fall von Fischerappelt fällt mir aber nur eines ein: Nehmt mich!! Gerade die Abteilung Public Relations hat die Bestnote von 4, 3 Sternen. "Man ist von Anfang an eingebunden und als Teil des Teams akzeptiert", ist das Fazit eines Ex-Praktikanten. Das angeblich sehr entspannte Verhältnis zu den Vorgesetzten hat es mir dabei besonders angetan.

Müssen jetzt Unternehmen Angst vor Portalen wie meinpraktikum.de haben? Stefan Peukert kann deren Sorgen zwar verstehen, meint aber nein. Schließlich müsse man auch im Interesse der Benutzer "die Spreu vom Weizen trennen." Und davon profitierten am Schluss - so Peukert - auch die Firmen: "Gerade bei der Rekrutierung künftiger Fachkräfte werden Praktikanten immer wichtiger. Einige Unternehmen scheinen das aber noch nicht begriffen zu haben. "Es gab auch Anfragen von Firmen, einzelne Berichte zu löschen. Das haben wir natürlich nicht gemacht", erzählt der Gründer von meinpraktikum.de.

Stellt sich nur noch eine Frage: Wie sieht es aus bei W&V? Perfekter Start ins Berufsleben oder doch nur pure Ausbeute? Meine Bewertung werde ich im April abgeben. Mal schauen, was mir alles einfällt.

Was die Agenturen von Bewertungsplattformen wie meinpraktikum.de und den Berichten ihrer Praktikanten halten, erfahren Sie in unserer Bildergalerie.

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