Wieden + Kennedy will zufriedenere Mitarbeiter. (Szene aus dem neuen Spot für Arla).
Wieden + Kennedy will zufriedenere Mitarbeiter. (Szene aus dem neuen Spot für Arla). © Foto:Arla / Wieden + Kennedy

Unternehmenskultur | | von Frauke Schobelt

Warum Wieden + Kennedy jetzt die Arbeitszeiten regelt

Mit zahlreichen preisgekrönten Kampagnen hat sich Wieden + Kennedy London einen Ruf als exzellente Kreativagentur erarbeitet. Ihr Ruf als Arbeitgeber ist jedoch ziemlich mies: Die Agentur gilt als Ausbeuter, unbezahlte Überstunden sind an der Tagesordnung, nicht umsonst lautet ein Spitzname "Weekend & Kennedy". Nun will W+K London das schlechte Arbeitgeber-Image bekämpfen und hat eine Liste mit Regeln erstellt, die für ein besseres Arbeitsklima sorgen sollen. 

Wie das Fachblatt "Campaign" berichtet, will Wieden + Kennedy das Team mit den Regeln auch vor sich selbst schützen. So soll künftig die wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden eingehalten werden. Um Mitarbeiter davon abzuhalten, zu früh zur Arbeit zu erscheinen und bis in die späten Abendstunden am Schreibtisch zu hocken, sind in den kommenden Monaten Meetings vor 10 Uhr und nach 16 Uhr nicht mehr erlaubt. Außerdem sollen Mitarbeiter keine E-Mails mehr nach 19 Uhr lesen oder verschicken. Das Team wird von der Führung auch ermuntert, freitags das Büro schon um 16.30 Uhr zu verlassen und ins Wochenende zu gehen. Wie das bei der Fülle an Aufgaben gelingen soll, wird nicht näher erklärt. 

Das neue soziale Gewissen hat Wieden + Kennedy natürlich nicht ohne Grund: Eine bessere Arbeitskultur soll der Agentur im Kampf um neue Talente helfen. Denn vor allem Tech-Giganten wie Google machen der Branche zunehmend das Personal streitig. In diesen Konzernen wird zwar auch viel vom Mitarbeiter verlangt, aber deutlich besser gezahlt. Mit einer besseren Work-Life-Balance und einer neuen Wohlfühlatmosphäre versuchen viele Agenturen nun gegenzusteuern. Denn mit dem Problem steht Wieden + Kennedy London nicht alleine da. Auch andere Kreativschmieden haben entlarvende Spitznamen: Bartle Bogle Hegarty (BBH) wird in britischen Werberkreisen gerne GBH ("grivous bodily harm" - "schwere Körperverletzung") genannt, 72andSunny hat den Beinamen "72andSunday". 

Zu den Kunden von Wieden + Kennedy London zählen unter anderem Honda, Arla, Lurpak, Nike sowie Procter & Gamble. Die Honda-Kampagne "The Other Side" wurde kürzlich vom Gunn Report zur meistprämierten Digitalkampagne 2015 gekürt. 

Warum Wieden + Kennedy jetzt die Arbeitszeiten regelt

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