Aktuelle Ausgabe

Jochen Kalka
Was lange währt…

Kaum täuscht ein Opa seinen eigenen Tod vor, kommt nicht nur die ganze Familie eingetrudelt, sondern auch eine fette Ausbeute an internationalen Awards. Der legendäre Edeka-Spot vom Vorjahr brachte am Ende Jung von Matt wieder auf den Thron als kreativste Agentur des Landes. Gratulation! Natürlich kann man darüber streiten, wie der Spot zum genetischen Code der Supermarktkette passt. Doch durch seine emotionale Wucht hat er einfach gewirkt und die kreative Welt überzeugt. Der Edeka-Opa führt einem zugleich aber auch eine Schwäche des Kreativrankings vor Augen: Eine einzige erfolgreiche Kampagne, die etliche Preise absahnt, katapultiert eine Agentur nach oben. Das war auch schon im Vorjahr so, als GGH Mullen Lowe allein mit dem wirklich beeindruckenden Projekt „Nazis gegen Nazis“ nach vorn marschierte. Eine Agentur, die dagegen jede Menge kleinere kreative Ideen fabriziert, steht am Jahresende meist schlechter da. Aus diesem Grund zeigen wir neben dem Jahresranking erstmals eine Langzeit-Tabelle (S. 18). Hier landet Jung von Matt lediglich auf dem neunten Platz, wobei die Agentur ja nur jedes zweite Jahr Awards einreicht. Die ersten Plätze in der Langzeitbetrachtung nehmen Serviceplan, BBDO und Heimat ein. Auch hier sagen wir respektvoll: Gratulation!

Jochen Kalka
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