Das Donnerstag-Exklusiv-Interview
Dorothee
Rothfuß
Veröffentlicht am 08.09.2011 - 11:03 Uhr
Einen nahezu "versteckten Berufzweig" nennt der Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher (BVM) die qualitative Marktforschung. "Es wird nicht leicht gemacht, diesen Beruf zu ergreifen", so der BVM, "Studium und Weiterbildung kranken diesbezüglich." Daher scheint es nicht verwunderlich, dass die meisten qualitativen Marktforscher "zufällig auf diesen Job stoßen“. Und das, obwohl der Bedarf immer stärker wächst. 2010 gab es schon 154 Institute mit rund 16.000 Festangestellten, so die Zahlen des Arbeitskreises Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM). Vor 25 Jahren waren es lediglich 100 Unternehmen mit knapp 4000 festangestellten Mitarbeitern.
Exklusiv sprach der HRMarketingblog mit Christoph Prox über Ausbildungswege und Chancen in der Marktforschung. Der 46-Jährige ist CEO bei Icon Added Value. Die Nürnberger sind unter den Top-10 der deutschen Marktforschungsinstitute (Quelle: Ranking Informationsdienst Context).
Herr Prox, können Sie mal ein paar Vorurteile über Marktforscher aufzählen?
Christoph Prox: Es gibt sehr viele Klischees zu unserem Berufsbild. So werden wir ja gerne "Zahlenschubser" genannt. Das
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Das Donnerstag-Exklusiv-Interview
Dorothee
Rothfuß
Veröffentlicht am 01.09.2011 - 10:00 Uhr
Während Tests und Assessment Center nicht nur in den angelsächsischen Ländern zum Standardrepertoire der Personaler gehören, sind die Deutschen eher Testmuffel. SHL , Spezialist für Talentmanagement, bietet auf einer Technologieplattform Assessment und Development Tools. Zu den Kunden der deutschen Tochter gehören Auftraggeber wie Henkel und Kellogg’s. Persönlichkeitstests oder Potenzialanalysen sollen helfen, die richtigen Kandidaten einzustellen. Mit SHL-Tests werden jährlich weltweit über 15 Millionen Assessments abgehalten.
Es ist ein sehr spezieller Markt, der in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist. Er ist am ehesten Personalmanagern ein Begriff. Marktführer ist Kienbaum, daneben gibt es Spezialisten wie Personnel Decisions International PDI oder den Personaldienstleister DDI http://www.did-gruppe.de/home.html.
Oliver Barth vertritt SHL als Vice President Sales Central Europe. Zuvor war der Diplom-Psychologe zehn Jahre bei Kienbaum, zuletzt als Partner. Der HRMarketingblog sprach mit dem 47-Jährigen über Deutschland als Assessment-Entwicklungsland.
Herr Barth, mögen die Deutschen eigentlich Assessment-Center?
Barth: Nein, das Thema wird in Deutschland von vielen
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Employer Branding Kampagne von ProSiebenSat.1 zeigt Erfolge
Judith
Stephan
Veröffentlicht am 25.08.2011 - 11:08 Uhr
Heidi Stopper
Foto: ©
Robert Brembeck/P7S1
Personalchefin Heidi Stopper ist zufrieden: Mit dem vor vier Monaten gestarteten Employer-Branding-Auftritt hat ProSiebenSat.1 neue Mitarbeiter in Zentralbereichen wie IT gefunden. Die im April gestarteten Motiven sprechen bestimmte Zielgruppen wie Programmiere gezielt an. Die Personalerin und Juristin Stopper übernahm vor etwa anderthalb Jahren die HR-Verantwortung bei der Münchner Sendergruppe. Nach der Bilanz der vor kurzem gestarteten Kommunikationsmaßnahmen wird sie jetzt die Kooperation mit Hochschulen ausbauen sowie Traineeprogramme forcieren.
Frau Stopper, erst im April ist die Mediengruppe ProSiebenSat.1 mit einer Employer-Branding-Kampagne gestartet. Mit welchem Ergebnis?
Stopper: Die Resonanz auf unsere Kampagne war sehr gut. Neben den klassischen Positionen haben wir gezielt Mitarbeiter in Zentralfunktionen wie IT gesucht und bereits neue Kollegen eingestellt. Viele Kandidaten beziehen sich in ihren Bewerbungen immer noch auf unsere Anzeigenmotive.
Den Erfolg messen Sie auch an der Online-Resonanz Ihrer Kampagne?
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Agenturen müssen Personalarbeit professionalisieren
Hans-Gerhard
Kühn
Veröffentlicht am 24.08.2011 - 13:58 Uhr
Haben die meisten Kommunikationsagenturen die tiefgreifenden Veränderungen im Personalmarkt noch nicht wahrgenommen oder fehlen ihnen das Know-how und die Fähigkeiten darauf geeignete Antworten zu finden? Beides trifft wohl zu. Viele konstatieren aufgrund der konjunkturellen Entwicklung eine erheblich größere Personalnachfrage, scheinen aber die grundlegenden Veränderungen nicht wahrhaben zu wollen. Viele sehen sich erstmals mit Fragen nach einer professionellen Personalarbeit konfrontiert, auf die sich gar nicht eingestellt sind.
Egal mit welchem Inhaber oder Geschäftsführer ich in den letzten Monaten gesprochen habe, fast jeder sucht qualifizierte Mitarbeiter. Besonders die kleineren und mittleren Inhaberagenturen tun sich schwer. Und wenn sie dann dann noch außerhalb der Branchenhochburgen liegen wird es richtig knifflig.
Gemeinsam mit Robert Mende, GF Designerdock Hamburg (Foto) habe ich am Telefon die wichtigsten Verschiebungen im
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Fragwürdige Personalentscheidung
Martin
Jahrfeld
Veröffentlicht am 19.08.2011 - 17:33 Uhr
Das Nachrichtengeschäft birgt bisweilen erstaunliche Kausalitäten: Zwischen der Meldung über das miese Betriebsklima bei der Bahn und der Berufung von Ex-Bahnvorstand Hartmut Mehdorn zum neuen Chef von Air Berlin lagen gerade einmal drei Tage. Dass ein Top-Manager, der bei seinem alten Arbeitgeber systematisch bespitzeln ließ, zum Interims-Retter der zweitgrößten deutschen Airline werden kann, sollte jenen zu denken geben, die bisher glaubten, im modernen Personalmanagement sei für Rambos und Patriarchen kein Platz mehr.
Die schwarze Rauch aus Frustration, Ohnmacht und Unlust bei der Bahn dürfte in erster Linie noch jener verbrannten Erde entstammen, die Mehdorn einst hinterlassen hat. Leitende Bahn-Manager, die gute Gründe gegen den geplanten Börsengang vorgebracht hatten, waren seinerzeit übelst eingeschüchtert und drangsaliert worden – Ausdruck einer Unkultur, die offenbar weiterhin bis in die untersten Etagen abstrahlt.
Die Mitarbeiter bei Air Berlin hingegen werden Kummer gewohnt sein. Auch Mehdorns Vorgänger Jochen Hunold gilt in Sachen Personalmanagement nicht als Feingeist. Sein Bordmagazin etwa nutzte der Airline-Gründer jahrelang zur Agitation gegen Gewerk
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Das Donnerstag-Exklusiv-Interview
Judith
Stephan
Veröffentlicht am 18.08.2011 - 11:06 Uhr
Harald R. Fortmann
Foto: ©
BVDW
In diesem Jahr werden ca. 364.000 Beschäftigte allein in der digitalen Wirtschaft arbeiten. Dennoch sind nach wie vor ca. 20.000 Stellen nicht besetzt. Dies liegt zumeist an den nicht ausgeprägten Fachkenntnissen vieler Bewerber, die durch die fehlenden digitalen Inhalte in den Lehrberufen und den Studienangeboten resultieren. "Darüber hinaus haben die meisten Unternehmen der Digitalen Wirtschaft es noch nicht geschafft sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren", sagt Yellow Tomato-Chef Harald Fortmann. "Ein Großteil der Unternehmen in diesem Sektor sind KMUs und sind per se den Schul- und Hochschulabsolventen nicht als Arbeitgeber bekann," sagt der Online-Experte, der als Vizepräsident des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) dort auch für das Ressort Personalentwicklung zuständig ist.
Was muss die Digitalbranche tun, um den Standort Deutschland zu stärken?
Harald Fortmann: Deutsche Unternehmen müssen ihre Ausbildungsberufe stark auf die digitalen Erfordernisse anpassen. Damit sind nicht nur die klassischen Berufsbilder im Bereich Online-Marketing gemeint, sondern nahezu alle Berufe aufgrund der verschiedenen thematischen und inhaltlichen
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Die FAS analysiert die Leithammel im Büro
Dorothee
Rothfuß
Veröffentlicht am 17.08.2011 - 14:25 Uhr
Was wäre der Büroalltag ohne die lieben Chefs? Ursula Kals und Julia Löhr haben für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung fünf Cheftypen charakterisiert und das FAZ-Voting ausgerufen: Wie lobt Ihr Chef?
Der HRMarketingblog hat die FAS-Typologie zusammengefasst.
1. Der Berechnende
Er lobt gezielt. Entweder vor Publikum oder in der Kaffeeküche, aber immer laut und nie ohne Absicht. Er ist der Taktiker unter den Chefs und lässt die Mitarbeiter gegeneinander antreten. Zu jedem Arbeitsauftrag gehört sein verbaler ‚Gut-gemacht-weiter-so-Firlefanz’.
Merke: Das Blümchenstempel-Lob à la erste Grundschulklasse-Klasse muss misstrauisch machen. Münzen Sie seine Lob-Attacken gleich in eine Gehaltverhandlung um.
20 Prozent der Leser scheinen den Berechnenden gut zu kennen. Sie voten für ihn
2. Der Euphorische
Er liebt das Loben. Erst kürzlich befördert, möchte er es mitsamt beachtlichem Gehalt ganz weit nach oben schaffen. Ein paar seiner Phrasen gefällig? „Hammermäßig, wie Sie das wieder hinbekommen haben.“ „Was wäre ich ohne Sie? Aufgeschmissen.“ Er nervt den ganzen Tag mit unerträglich guter Laune. Kein Anlass ist belanglos genug, selbst der beschwingte Gang über
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Geschiedene Bewerber, Frauen mit und ohne Kinder und die Geisteshaltung der Chefs
Dorothee
Rothfuß
Veröffentlicht am 12.08.2011 - 14:00 Uhr
Svenja Hofert
Foto: ©
Privat
Die Outplacement- und Karriereberaterin Svenja Hofert behandelt in ihrem Blog Fragen rund um die Bewerbung. Der HR-Marketingblog sprach mit der Buch- und Spiegel-Online-Autorin über die Frage, welche privaten Details in Lebenslauf und Vorstellungsgespräch preisgegeben werden sollten.
Frau Hofert, gehört der Familienstand in eine Bewerbung?
Svenja Hofert: Nein. Nehmen wir beispielsweise eine 30-jährige Frau. Wenn die in ihren Lebenslauf reinschreibt, dass sie verheiratet ist und keine Kinder hat, wird sie mit höherer Wahrscheinlichkeit gleich aussortiert. Der Familienstand und ob ich schon fünfmal verheiratet war, geht keinen etwas an. Wer das anders sieht und es trotzdem reinschreibt, kann ganz schwer den Beweis antreten, dass eine spätere Absage daran lag.
Vor 25 Jahren hat man sogar noch die Berufe der Eltern in einen Lebenslauf geschrieben.
Svenja Hofert: Jetzt setzt es sich zunehmend durch, dass man nichts mehr Persönliches erwähnt. Wenn jemand "Familienstand: geschieden" schreibt, streiche ich ihm das durch. Das macht sonst einen komischen Eindruck. Im übrigen ist es etwas typisch Deutsches, ein Foto und den Familienstand in den Lebenslauf reinzunehmen. Das ist in
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Pilotprojekt gegen Diskriminierung
Martin
Jahrfeld
Veröffentlicht am 12.08.2011 - 10:00 Uhr
Was in Personalabteilungen anderer Länder nichts Besonderes darstellt, bedarf in Deutschland staatlicher Initiative: Das Thema "anonyme“ Bewerbung" führt hierzulande ein Schattendasein und ist nicht sonderlich populär. Dabei ist es längst kein Geheimnis, das Menschen anderer Hautfarbe und Herkunft, aber auch Leute mit Übergewicht oder Problemhaut bei Bewerbungen oft schon anhand ihres Fotos gnadenlos aussortiert werden und es deshalb die Fairness gebieten sollte, solche Art Wettbewerbsverzerrung einzugrenzen. Genau das versucht die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die in einem Test herausgefunden hat, das anonyme Bewerbungen ohne Angaben zu Nationalität, Alter, Geschlecht, Familienstand und Name derartige Diskriminierungen vermeiden können.
Ein Pilotprojekt, an dem sich namhafte Unternehmen Deutsche Post und Telekom beteiligten, soll diesen Ansatz erhärten, zeigt aber eher ernüchternde Ergebnisse. Die im Rahmen der „Studie "Bewerbungspraxis 2010" befragten 100000 Stellensuchenden zeigten wenig Begeisterung für anonyme Bewerbungen. Nur 13 Prozent sehen ihre beruflichen Chancen dadurch verbessert, 87 Prozent waren dagegen. Sie können sich
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Wiwo-Redakteur gibt Tipps für die digitale Ich-Marke
Dorothee
Rothfuß
Veröffentlicht am 11.08.2011 - 10:00 Uhr
Jochen Mai
Foto: ©
Privat
Jochen Mai leitet bei der Wirtschaftswoche seit vielen Jahren das Ressort Management + Erfolg. Er bloggt und twittert in seinem Online-Jobportal Karrierebibel.de. Seit Anfang 2011 verantwortet der Diplom-Volkswirt auch den Auftritt der WiWo in Sozialen Netzwerken. Soeben ist sein drittes Buch „Ich denke, also spinn ich“ erschienen, in dem er zusammen mit dem Wiwo-Kollegen Daniel Rettig psychologische Effekte, auch im Arbeitsleben, beschreibt. Ein Kernthema von Mai ist die Selbstdarstellung im Netz. Er drängt darauf, dass man seine digitale Eigenmarke hegen und pflegen muss.
Herr Mai, braucht wirklich jeder eine Eigenmarke im Netz?
Jochen Mai: Das Internet ist heute so etwas wie die gelben Seiten für Privatleute, aber auch für Profis. Kaum jemand trifft sich noch privat oder beruflich, ohne vorher den Namen des anderen zu googeln. Wer das beängstigend findet, ist naiv. Es ist gar kein großer Aufwand, die Selbstdarstellung im Netz zu steuern. Schließlich achten wir auch im normalen Leben auf unseren guten Ruf.
Müssen wir jetzt alle gleich eine Namensagentur und einen Webdesigner beauftragen?
Jochen Mai: Nein, es geht gar nicht so sehr um einen bestimmten Namen oder ein Logo.
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