Das Echo auf die Studie des GWA war mehr als kontrovers: Wie schlecht sind die Arbeitsbedingungen in Agenturen wirklich? Ist die Branche für Top-Absolventen überhaupt (noch) attraktiv? Die aktuelle Nachwuchsstudie des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen (GWA), der sämtliche Mitgliedsagenturen befragte, sorgte also für ordentlich Feuer. Demnach wird es für die Werbebranche immer schwieriger, qualifizierten Nachwuchs zu finden, besonders auf den Feldern Strategie, Text und Online. Daran schloss sich auf der Facebook-Page von W&V eine teils erregte Diskussion an. Nicht zum ersten Mal: In der Vergangenheit stand bereits die Agentur Serviceplan stark in der Kritik. Im Fokus auch damals: schlechte Bezahlung, extreme Arbeitszeiten und ausbleibendes Feedback auf Bewerbungen. Der HRMarketingBlog berichtete ausführlich, die Agenturgruppe stellte sich damals konstruktiv der Kritik und versprach, allen Beschwerden nachzugehen.
Die Argumente ähneln sich. Ein User wies gestern darauf hin, man bekäme heutzutage keine Bewerbung mehr, die „weniger als 15 Rechtschreibfehler hat“ – und stellte damit sicherlich die eine Seite der Medaille dar. Widerspruch kam prompt, auch die andere Seite meldete sich ausführlich zu Wort. Da war die Rede von unterdurchschnittlicher Bezahlung und vielen Überstunden, dem Abwälzen von Verantwortung „auf die Kleinen“ im Kreativ-Team, grundlegenden Imageproblemen und zu wenig Interesse an einer fundierten Ausbildung seitens der Agenturen. „Die Gehälter in Agenturen sind lächerlich“, heißt es da zum Beispiel, etwa in Mediaagenturen. „Qualifizierter Nachwuchs hat seinen Preis und den sind die Agenturen nicht bereit zu zahlen.“ Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel sei das ein Verhalten, das „in Zukunft nicht mehr funktionieren wird“.
Gute Arbeitsbedingungen seien eben mehr als Tischkicker oder Obstschale, merkte eine Agenturmitarbeiterin in ihrem Post an. Ein Mitarbeiter eines Düsseldorfer Unternehmens zog das sehr persönliche Fazit: „Solange ich im Marketing bei einem Unternehmen angestellt werde, ist eine Agentur komplett tabu.“
Dieser Blog wurde verfasst von:
Thomas
Forster
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