Vom 4. bis 6. Juli ist es wieder soweit: Seit 2008 lädt Bertelsmann jedes Jahr 50 herausragende Studenten - hauptsächlich aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften - zu den Karrieretagen „Talent meets Bertelsmann“ (anfänglich: „Talent meets Media“) in die Berliner Repräsentanz Unter den Linden. Dort bearbeiten Studententeams Fallstudien aus dem Konzern, deren Ergebnisse sie vor Vorstand und hochrangigen Führungskräften präsentieren. Obwohl Rekrutierung nur nachrangig ist, konnten mittlerweile 50 Top-Absolventen von einem Festeinstieg oder einem Praktikum bei Bertelsmann überzeugt werden.
Der HRmarketingblog sprach mit Hays Steilberg, Senior Vice President Corporate Development, der seit 2009 das weltweite Talentmanagement der Bertelsmann AG leitet, über seine Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre.
Mit Vorgesetzten auf Augenhöhe über ihre Ideen sprechen, Projekte und Aufgaben möglichst früh selbstständig voranbringen, – diese Ansprüche formuliert die Nachwuchs-Generation von Managern?
Hays Steilberg: Sie fordern zumindest keine Standard-Juniorjahre. Junge Bewerber, die an einem Karriere-Einstieg in die Medienwelt interessiert sind, möchten einen Arbeitsplatz mit allen digitalen Möglichkeiten.; ihnen ist wichtig, wie inhaltsreich der jeweilige Job ist. Auf Hierarchie- und Statusdenken stehen sie nicht, das haben wir aus den Gesprächen und Workshops auf unserer jährlichen Karriereveranstaltung „Talent meets Bertelsmann“ mitgenommen.
Die potenziellen Nachwuchskräfte brauchen also eine andere Art von Arbeitskultur und Atmosphäre?
Steilberg: Jedes Unternehmen kann nur vermitteln, was es auch lebt. Will man als Arbeitgeber neue Mitarbeiter von sich überzeugen, so kommt auf Authentizität und Kontinuität an. Für uns heißt das zum einen seit 2008, den Slogan, Talent meets Media ernstzunehmen: Ob Journalist oder Stabsangestellter, die Bewerber wollen sehen und spüren, was ticken die Leute, mit denen ich da täglich zu tun haben werde und an welchen Projekten und Themen arbeiten sie. Und zum anderen, auch in kritischen Zeiten wie beispielsweise im Verlags-Krisenjahr 2009, das Engagement, die Investition in die Karrieretage beizubehalten, um zu zeigen, wie wichtig uns der kontinuierliche Kontakt ist.
Bertelsmann sucht wie auch Axel Springer nach sogenannten Unternehmer-Talenten, nach Entrepeneurs. Um diese Kandidaten von der Chance zu einer persönlichen (Karriere-) Entwicklungsgeschichte zu überzeugen, bedarf es jedoch doch einer speziellen Recruiting-Ansprache ...
Steilberg: ... genau, der heutige Management-Nachwuchs wächst mit Unternehmensleitbildern wie Steve Jobs auf – demanch konkurrieren wir mit Start-Ups und Google & Co. um die Talente. Unsere Strategie: Wir müssen zeigen, dass es auch bei uns möglich ist, innovative Ideen einzubringen, neuartige Produkte und spannende Projekte zu realisieren.
Für Bertelsmann hat sich „Talent meets Bertelsmann“ (TMB) bewährt. Planen Sie das Konzept zu exportieren?
Steilberg: Internationalisierung ist sicher der nächste Schritt, aber noch ist TMB ein sehr deutsches Format, das sich nicht ohne weiteres adaptieren lässt.
Sie arbeiten demnach an einer HR-Strategie für die neuen Büros in Brasilien und Indien?
Steilberg: Es gibt verschiedene Vorstellungen, die wir derzeit fürs internationale Talentmanagement prüfen. Eine neue Employer Branding-Strategie für 2013 ist denkbar.
(Das vollständige Interview ist in der W&V-Ausgabe 25/2012 vom 21. Juni nachzulesen!)
Dieser Blog wurde verfasst von:
Judith
Stephan
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