Recruiting-Messe der Metro Group: Trotz Initiativen der Wirtschaft liegt Deutschland beim Anteil weiblicher Führungskräfte auf den hinteren Rängen.
Foto: ©
Metro Group
Ein schlechtes Zeugnis stellt SHL, ein internationaler Anbieter von Talentbewertungslösungen, den Human-Resources-Strategen in deutschen Unternehmen aus. „Sie müssen ihre Herangehensweise und ihre HR-Kultur schnell und grundlegend ändern, wenn sie talentierte und motivierte Bewerberinnen für sich gewinnen und leistungsstarke Mitarbeiterinnen halten möchten“, mahnt Oliver Barth, Managing Director bei SHL Central Europe, an. „Weibliche Führungskräfte legen mehr Wert auf Anerkennung und eine angenehme Arbeitsatmosphäre als ihre männlichen Kollegen. Männliche Führungskräfte dagegen streben mehr nach Macht und haben zudem größere Versagensängste.“ Eine Mischung, so Barth, die zu Ineffizienz und Demotivation am Arbeitsplatz führen könne. „Das sollten Unternehmen in ihrer HR-Strategie berücksichtigen“, sagt der Personal-Experte. SHL arbeitet für Kunden wie DHL, Coca-Cola, KPMG und Dell.
Barth begründet mit diesen sogenannten Motivationsfaktoren, warum international mit einem Anteil von 76 Prozent deutlich mehr Männer in Führungspositionen sind als Frauen. In weltweiten Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sinkt der Frauenanteil signifikant mit wachsender Verantwortung und steigender Hierarchieebene. International sind laut Quarterly Labor Market Survey und dem CEB Business Barometer derzeit 48 Prozent der Einstiegspositionen von Frauen besetzt, jedoch nur 36 Prozent der Stellen im mittleren Management und nur noch knapp 26 Prozent im oberen Bereich, also auf dem Level Senior Vice President und darüber.
Eine Studie von SHL macht auf gravierende Unterschiede aufmerksam. Deutschland rangiert beim Anteil an weiblichen Führungskräften auf dem vorletzten Platz: 13 Prozent lautet der ernüchternde Wert, trotz zahlreicher Initiativen und Kampagnen aus Politik und Wirtschaft – nicht zuletzt von Großkonzernen wie der Deutschen Telekom oder der Metro Group. Lediglich in Japan gibt es noch weniger Chefinnen, nur fünf Prozent. In Norwegen sind derzeit 42 Prozent der Unternehmensentscheider weiblich, in Italien 36 und in Hongkong 33 Prozent.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Thomas
Forster
mehr zum Autor...