So schlimm kann es mit dem oft bemühten Fachkräftemangel noch nicht sein. Jedenfalls sind viele Unternehmen im Bemühen um ihre Arbeitgebermarke noch nicht ganz auf der Spur, wie eine aktuelle Studie der Personalmarketing-Agentur Index ergeben hat. Index hat 231 Personalmarketingverantwortliche zu den Employer-Branding- und Recruiting-Aktivitäten ihre Unternehmens befragt. Das ernüchternde Ergebnis: Nur knapp 23 Prozent der Befragten haben eine Karriereseite im Internet, die mehr Informationen bietet als die reinen Stellenangebote. Gezielte Public-Relations-Aktivitäten in Richtung Karrieremedien betreiben nur etwa 21 Prozent und Videos zur Arbeit im jeweiligen Unternehmen stellen nur 11 Prozent der Umfrageteilnehmer zur Verfügung.
Oberste Priorität haben laut dieser Umfrage Stellenanzeigen in Print-Medien – allerdings mit Defiziten in der textlichen und gestalterischen Qualität, wie die Autoren resümieren. Denn: Nur etwa 11 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen sich bei der Qualität der eigenen Anzeigen besser aufgestellt als die Konkurrenz. Da ist also noch einiges an Überzeugungsarbeit und Professionalisierung zu leisten. Bei den 92 Befragten, die eine ausgewiesene Employer Branding Strategie haben, zeigt sich zudem: Social Media spielen eher eine untergeordnete Rolle. 27,3 Prozent nutzen Xing oder LinkedIn, 11,3 Prozent nutzen Facebook zu Karrierezwecken und 3,5 Prozent setzen auch Twitter ein.
Immerhin verzeichnet die Index-Studie auch ein positives Ergebnis. So hätten die Personalverantwortlichen den Handlungsbedarf erkannt. Bei der Frage, in welchen Bereichen sich das eigene Unternehmen in puncto Mitarbeitergewinnung verbessern könne, geben knapp 36 Prozent die PR- und Pressearbeit in Richtung Bewerber an, gefolgt von der Social-Media-Kommunikation mit potenziellen Arbeitnehmern (34,6 Prozent) und der Karriere-Website (29 Prozent). Und: 41, 5 Prozent der befragten Personalverantwortlichen geben an, dass es in ihrem Unternehmen eine definierte Arbeitgebermarke gebe, das Thema also als strategische Kommunikationsaufgabe erkannt ist. Mehr als die Hälfte haben sich dabei auch von externen Dienstleistern unterstützen lassen. Allerdings: Bei genau so vielen Unternehmen ist das noch nicht der Fall.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Raoul
Fischer
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