Augmented Reality gilt als wichtiges Trendthema, auch im Personalmarketing. Viele Beispiele gibt es indes noch nicht. BMW hat vor Weihnachten ein Beispiel vorgestellt, jetzt startet der Chip-Hersteller Intel einen Versuchsballon: Eine Printanzeige wird über eine mobile Anwendung mit einem Video verknüpft. Der User lädt sich diese App auf sein I-Phone oder Android-Phone. W&V Karriere + Job sprach mit Florian Wurzer, Sourcing Specialist bei Intel, der diesen Ballon zum Start gebracht hat.
Herr Wurzer, warum setzt Intel jetzt auch auf Augmented Reality?
Diese Verknüpfung einer klassischen Print-Anzeige mit einem Unternehmensvideo per Mobile App ist für uns ein wichtiges Projekt, um neue Wege der Zielgruppenansprache auszuprobieren. Es geht nicht einfach darum, einen Technik-Trend aufzugreifen, sondern wir verknüpfen damit handfeste Ziele.
Und die wären?
Zunächst: Aufmerksamkeit in der Zielgruppe! Unsere Bewerber-Zielgruppe ist technikaffin und Innovationen in diesem Gebiet sehr aufgeschlossen. Andererseits entwickelt Intel in Deutschland konkret Plattformen und Chipsets für Tablets und Smartphones und hat deshalb auch einen entsprechend hohen Bezug dazu. Wir hoffen, dass sich das Projekt und die App viral in der Zielgruppe verbreiten und dass wir auch mit Blick auf das Image punkten können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, die Reichweitenstärke eines Printmediums – in diesem Falle Lead Digital – mit den audiovisuellen und interaktiven Möglichkeiten des mobilen Geräts zu verknüpfen.
Das klingt sehr abstrakt …
Es ist eigentlich ganz einfach. Videos sind heute aus dem Employer Branding und dem Recruiting nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen es auf ideale Weise, ein authentisches Image des Unternehmens und anschauliche Infos zum Arbeitsplatz zu vermitteln. Andererseits hat die neueste Umfrage von stellenanzeigen.de ergeben, dass immerhin 88 Prozent der Bewerber immer noch Print-Medien heranziehen, um sich über den Arbeitsmarkt zu informieren. Diese Augmented-Reality-Lösung bringt die Stärken beider Medien zusammen. Und mehr noch: Sie verbindet „Statisches“ und „Dynamisches“ und birgt die Komponente der wahren „Interaktivität“, die eine Co-Handlung des Users erfordert.
Wie viel Aufwand steckt dahinter? Rechnet sich das?
Das ist schwer zu beantworten, weil der Image-Effekt und tatsächliche Reichweite schwer zu tracken sind. Nur die Download-Zahl der App bei einem derartigen Pilotprojekt als Kennziffer zu nehmen, wäre zu schlicht. Der Aufwand ist natürlich wesentlich höher als bei einer einfachen Printanzeige. Sie brauchen einen Dienstleister, der Ihnen die App programmiert, in unserem Falle war das die Firma Eyeducation A. Y. LTD. aus Israel. Zudem brauchen Sie eine Anzeige, die in zwei Richtungen arbeitet: Sie muss einerseits die Zielgruppe motivieren, die App herunterzuladen und den Film aufzumachen, darf aber andererseits nicht versäumen, die konkrete Botschaft der Anzeige – klassische Unternehmens-Image-Anzeige oder konkrete Stellenanzeige - zu kommunizieren. Und Sie müssen Überzeugungsarbeit im Haus leisten.
Inwieweit hat Ihnen das Beispiel von BMW geholfen?
Das hat es leichter gemacht, weil wir einen anschaulichen Case zeigen konnten. Das Thema wird greifbar und nachvollziehbar. Andererseits: Augmented Reality ist ein wichtiger Trend von morgen. Da müssen wir jetzt einsteigen, gerade als Technologie-Unternehmen, das vor einem sehr engen Arbeitsmarkt steht und sich in einem herausfordernden Wettbewerb um die besten Fachkräfte befindet. An dieser Stelle möchte ich aber ganz konkret Matthias Melcher und dem Karriere-Team von BMW für die Inspiration und das mutige Angehen von Trends bedanken, weiter so!
Warum ist Augmented Reality für die Zukunft so wichtig?
Weil wir uns immer mehr und stärker auf die „Candidate Experience“ konzentrieren und der Geschwindigkeit und den Wünschen der externen Talente anpassen müssen und nicht andersum. Neue Technologien wie Augmented Reality bergen unglaublich viel Potential, sind aber auch nur Mittel zum Zweck: die richtigen Talente anzusprechen und zu motivieren, sich beim Unternehmen zu bewerben. Die entsprechenden Endgeräte verbreiten sich rasant, die Technologien entwickeln sich weiter: Wir werden sicher noch einige interessante Beispiel in diesem Bereich sehen. Wir hoffen mit unserem „Piloten“ als Trend-Antreiber zu helfen die kritische Masse zu erreichen, damit diese spannende und Potentialträchtige Technologie von viel mehr Unternehmen eingesetzt werden wird, so auch die Qualität erhöht und die Aufwände dafür sukzessive minimiert werden, wie bei jedem neuen Technik-Trend.
Mehr Infos zum Augmented-Reality-Projekt von Intel in der nächsten Ausgabe von W&V / Karriere + Job