Die Onlinemarketing-Branche hat ein Kommunikations-Problem. Ausgerechnet. Erstens ist das Thema Online-Marketing als Arbeitsfeld kaum definiert und relativ unbekannt. Zweitens ist die Branche sehr breit gefächert, vom Logistik-Bereich bis hin zur Online-Werbung, sodass es gerade dem Nachwuchs schwerfällt, einen beruflichen Einstieg zu finden. Drittens leiden viele Arbeitgeber in diesem Bereich unter dem Image-Problem der Werbebranche – und dass trotz spannender und moderner Jobs. Die Podiumsdiskussion von Lead Digital auf der Messe German Online Marketing (Go) Ende November befasste sich mit der Frage, wie die Unternehmen die Nachwuchsfalle vermeiden. Moderiert von Lead-Digital-Autor Raoul Fischer (2.v.r.) diskutierten (v.l.n.r.) Thomas Mondry, Wahring & Co, Dierk Ladendorff, Service Digitale Arbeit der Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V. in Hamburg, Klaus Ahrens (Pilot Hamburg) und Sabine Vockrodt, W&V Job-Network wie Unternehmen sich als Arbeitgeber richtig positionieren können.
Dabei müssen zu allererst die Unternehmen ihre Hausaufgaben machen. Das hat zunächst nichts mit großen Investitionen oder Budgets zu tun. „Es ist besonders auch die Aufgabe der Unternehmen, in Ausbildung zu investieren“, sagt Pilot-Hamburg-Geschäftsführer Klaus Ahrens. „Außerdem müssen die Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern Perspektiven bieten – und dafür draußen werben: an Hochschulen und überall, wo junge Leute präsent sind“, fügt er hinzu. „Es gibt ein paar Leuchttürme, die sich wirklich um Ausbildung kümmern. Aber die Masse geht - glaube ich - davon aus, dass Onlinemarketing-Spezialisten auf den Bäumen wachsen, und ist erstaunt, dass nicht täglich mehrere Initiativ-Bewerbungen eingehen. Das Bewusstsein, dass auch Unternehmen jenseits von Google, Microsoft, Facebook & Co Initiativen ergreifen müssen, um ihre Arbeitgebermarke bekannt zu machen, kommt erst langsam im Markt an“, bestätigt Sabine Vockrodt, die die Stellenmärkte von W&V und Lead Digital leitet. Ein wichtiger Aspekt des Employer Brandings sei zum Beispiel die Work-Life-Balance der Mitarbeiter. Darum müssten sich Unternehmen kümmern.
Weitere Aspekte, mit denen Unternehmen bei zukünftigen Mitarbeitern punkten können, benennt Thomas Mondry: „Eine flache Hierarchie ist zum Beispiel sicher attraktiv. Flexible, moderne Arbeitsverhältnisse spielen auch eine Rolle. Und es sind simple Dinge, die Mitarbeitern das Leben angenehmer machen. Wie etwa eine Lösung für das tägliche Mittagessen“, erklärt der Senior Kontakter der Personalmarketing-Agentur Wahring & Co. Allerdings kann ein Unternehmen die Verantwortung nicht einfach bei den Personal-Verantwortlichen abgeben: „Personalern muss klar sein, dass das nicht allein ihr Thema und ihre Verantwortung ist. Auch hier sollten sie als Coach der oberen und mittleren Führungsebene agieren. Das gilt sowohl beim Entwurf von Stellenanzeigen als auch bei der Entwicklung von Rekrutierungskampagnen“, sagt Dierk Ladendorff, der das Projekt Service Digitale Arbeit der KBW leitet.
Den kompletten Roundtable gibt es in der aktuellen Ausgabe von Lead Digital (25-2012).
Dieser Blog wurde verfasst von:
Raoul
Fischer
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