In den vergangenen Monaten hat das gesamte Marketingteam hart gearbeitet: die mühsamen Abstimmungen mit Entwicklungsabteilung, Vertrieb und Corporate Communications sind vollzogen und die Kampagne für das neue Kosmetikprodukt könnte jetzt dem Vorstand präsentiert werden. Doch da tritt er auf den Plan und stellt schon wieder den Vermarktungzeitpunkt infrage. Der kürzlich eingestellte Chief Destruction Officer (CDO) überprüft ständig etablierte Strukturen und Prozesse.
Dieser CDO ist mein Liebling, aber es gibt noch mehr: Den Global Talent Strategist (siehe Foto), den Story Integrator, den Fertilisator, den Silver Consultant sowie den Empathie-Coach. In spätestens zwanzig Jahren werden wir von Kollegen mit solchen Berufsbezeichnungen umgeben sein. Das sagen zumindest die Experten vom Kelkheimer Zukunftsinstitut voraus.
Die Trendforscher haben nicht einfach in die Kristallkugel geschaut und sich mal ein paar schrille Definitionen ausgedacht, sondern eine umfangreiche Studie aufgesetzt. Auftraggeber von "Unternehmensführung 2030“ war die internationale Personalberatung Signium anlässlich ihres 60-jährigen Firmenjubiläums. Dabei sind die neuen Jobprofile sind nur ein Aspekt der Analyse.Das Team rund um Forschungschef Matthias Horx definiert in der Untersuchung die Megatrends, die das Management im übernächsten Jahrzehnt prägen werden. Entwicklungen wie Female Shift, Individualismus, Vernetzung und War for Talents sind ja hinlänglich bekannt. „Unternehmensführung 2030“ zeigt weitere Herausforderungen auf.
Vier verschiedene Handlungsfelder definieren die Studien-Autoren, die sich aus den langfristigen Megatrends ergeben: Flexibilität managen, Beziehungsmanagement als Managementaufgabe, Vorgesetzte, die Sinn erzeugen und somit Verantwortung für Mitarbeiter und die Gesellschaft übernehmen sowie Lernfelder für Innovationen eröffnen. Die Voraussetzung: Führungskräfte und Vorgesetzte bringen die erforderlichen Soft Skills mit - Emotionale Intelligenz – auch Empathie genannt – sowie Konfliktfähigkeit. Richtiges Beziehungsmanagement ist die Stellschraube, um die Bindung und Loyalität von Mitarbeitern zu fördern.
Damit die "People Strategy" aufgeht, nutzt es nichts, schöne Employer Branding-Kampagne aufzulegen Denn sie werden nur wirksam, wenn sie intern mit einer entsprechenden Führungskultur gekoppelt werden.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Judith
Stephan
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