Ein interessanter Aspekt in den Bemühungen um Nachwuchs: Bislang ist die Frauen-Quote im Online-Marketing relativ gering. Ein Grund: der IT-Bereich gilt als Branche für Nerds, Berufe werden sehr technisch dargestellt. Ein Fehler, so Lia Avetisyan. Die gebürtige Armenierin hat eine internationale Karriere im Digital Business gemacht und arbeitet als Senior Project Manager in der Technologie-Abteilung Quisma. Der Dienstleister für Performance Marketing hat das Thema „Frauen in IT-Berufen“ unter die Lupe genommen und Karriere-Tipps für Frauen erarbeitet. Im Interview mit HRmarketingblog erklärt sie, wie Arbeitgeber ihr Personalmarketing auf die weibliche Zielgruppe ausrichten können. Die sollten vor allem die Darstellung der Branche, ihres Unternehmens – und nicht zuletzt ihrer Jobs überdenken.
Frau Avetisyan, woran liegt es, dass so wenige Frauen den Weg in die Digital-Branche finden? Sind Frauen wirklich weniger Technik-affin als Männer – oder ist das ein Klischee?
Das wahre Klischee wird bereits in frühen Jahren in den Köpfen verankert, wenn Kinder mit geschlechtsspezifischem Spielzeug für Jungs und für Mädchen konfrontiert werden. Dadurch werden Interesse und Desinteresse determiniert – basierend auf alten Rollenmodellen. Bereits dann lernen Mädchen die Formel „Technik = langweilig“. Meines Erachtens wird auch später – beispielsweise in der Schule – wenig dafür getan, den weiblichen Nachwuchs für das Thema zu begeistern. So sollte so früh wie möglich der IT-Bereich nicht nur als ein Sektor für „Nerds“ vorgestellt werden, sondern als ein höchst interessantes und aufregendes Gebiet – egal ob Junge oder Mädchen. In den vergangenen Jahren ist erfreulicherweise der Trend zu erkennen, dass immer mehr Frauen einen technischen Beruf ergreifen. Allerdings ist hier noch viel Luft nach oben. Dabei spielt Technologie heute in nahezu jedem Teil unseres Lebens eine essentielle Rolle. Kaum ein Berufsbild, das beispielsweise von der Digitalisierung unbeeinflusst geblieben wäre.
Ist es für Frauen in dieser Branche schwerer, Karriere zu machen? Stoßen die auf Vorurteile und ein gläsernes Karriere-Dach?
Ich bin keinesfalls der Meinung, dass eine Karriere in der Online-Branche für Frauen schwieriger ist als für Männer. Wie auch bei anderen Berufen lautet die entscheidende Frage, was man bereit ist dafür zu tun, um eine Top-Position im Management zu erreichen.
Wie können sich Arbeitgeber in ihrem Personalmarketing darauf einstellen: Gibt es No-Go‘s in der Kommunikation, wenn man auch Frauen für einen Job ansprechen will?
Bedauerlicherweise wird die Online-Branche nach wie vor als sehr technisch und damit männlich dominiert wahrgenommen. Man vermutet den klassischen Nerd hinter dem Berufsbild Online-Marketing Manager. Hier fundiert aufzuklären und zu zeigen, dass Online-Marketing sehr unterschiedliche Facetten hat, ist Aufgabe des Personalmarketings. Arbeitgeber können an den unterschiedlichsten Stellschrauben drehen, um die Kommunikation auf die weibliche Zielgruppe auszurichten. Die Bandbreite ist groß: Hochschulmarketing, spezifisch gestaltete Stellenanzeigen oder gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Grundsätzlich gilt: Wer als Unternehmen attraktiv für Frauen werden will, sollte sich nicht ausschließlich mit typisch männlichen Attributen in der Öffentlichkeit präsentieren.
Was tut Quisma um dieses Problem zu lösen?
Für Quisma stellt sich dieses Problem nicht. Wir haben seit jeher ein sehr ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Derzeit liegt der Frauen- und Männeranteil bei nahezu 50:50 - mit der Tendenz zu mehr Frauen. Das zieht sich durch alle Ebenen der Agentur, was unsere fünf weiblichen Managing Directors in UK, Italien, Frankreich, Polen und der Türkei am besten demonstrieren.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Raoul
Fischer
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