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Uli Kurz/W&V, Personal Total
Produktphilosophie, Firmenkultur und Arbeitsbedingungen – Bewerber interessieren sich einfach für alles rund um eine neue Stelle. Jobausschreibungen sollten deshalb soviel Infos wie möglich über Team und Karriereperspektiven geben. Videos über Mitarbeiter oder auch der Azubi-Blog – solche Angebote auf der Karriere-Website oder der Chat auf dem Unternehmensforum erlauben potenziellen neuen Kollegen, sich selbst und auf interaktive Weise ein Bild vom neuen Arbeitgeber zu machen.
Doch nur selten verlinken Stellenanzeigen auf die sozialen Netzwerke. In lediglich vier Prozent aller Inserate aus dem vergangenen Jahr findet sich ein Hinweis auf eine Facebook-Seite des personalsuchenden Unternehmens. Auf einen Twitter-Feed verweisen sogar nur 2,5 Prozent der Anzeigen. Diese Zahlen belegt eine Analyse des Münchner HR-Dienstleisters Personal Total. Die Personalberatung ließ sich von der Index Internet und Mediaforschung GmbH auf Basis der Datenbank AnzeigenDaten.de rund 4,7 Millionen Stellenanzeigen aus über 250 deutschen Print- und Online-Jöbbörsen auswerten.
Auffällig: Bei der Gestaltung von Inseraten fallen das „F“ und der „Vogel“ unter den Tisch. Es fehlt „eine systematische Verzahnung der Social-Media-Aktivitäten mit den etablierten Recruiting-Kanälen“, betont Personal-Total-Vorstand Tillmann Gante. Social Media sollte nach der Erfahrung des HR-Experten nicht als isolierter Weg in die Personalsuche verstanden, sondern in die Recruiting-Strategie eingebunden werden – auch in die Offline-Kommunikation. Denn nur so würden vorhandene Potenziale optimal ausgeschöpft.
Eine vertane Chance? Bringt doch der Facebook-Link beziehungsweise die gedruckte URL aus Sicht der stellenausschreibenden Unternehmen auf jeden Fall mit deutlich mehr Traffic und Reichweite verbunden, egal ob über den Copytext oder andere Gestaltungsmöglichkeiten. Und dem potenziellen Mitarbeiter zeigt die Netzwerkpräsenz, dass der mögliche Arbeitgeber sich transparent gibt und einen tieferen Einblick in die jeweilige Unternehmenskultur zulässt.
Je nach Branche sind Arbeitgeber der Verlinkung zugänglicher, das belegt die Auswertung der Anzeigendaten ebenfalls. Im Bereich Marketing, PR, Multimedia und Design beispielsweise ist der Anteil der Jobinserate, die auf eine Facebook-Seite verweisen, mit 6,9 Prozent deutlich höher als der allgemeine Durchschnitt. Bei der Integration von Twitter liegt die Quote hier bei 5,2 Prozent (siehe Grafik) und ist damit doppelt so hoch wie im Vergleich mit anderen Branchen. Wesentlich niedriger liegen die Ergebnisse dagegen bei Anzeigen, die freie Stellen in Sozialberufen anbieten. Hier ist ein Link zu Facebbok nur in 1,7 Prozent der Anzeigen zu finden. Twitter wurde in dieser Berufsgruppe sogar nur bei 0,8 Prozent der Stellenausschreibungen in Print- oder Online-Medien berücksichtigt.
Wer heute als Unternehmen seine Social-Media-Aktivitäten nicht in die Kommunikation integriert, verkümmert schnell zum digitalen Analphabeten, kritisieren PR-Profis. Die Kommunikationsexperten gehen sogar noch einen Schritt weiter und empfehlen: Firmen, die mit gutem Betriebsklima und netten Chefs glänzen können, sollten sich von ihren Mitarbeitern ruhig anonym bei einschlägigen Arbeitgebertest-Portalen bewerten lassen. Anschließend gehöre dann auch der Hinweis auf kununu.com in die Job-Annonce.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Judith
Stephan
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