Eine entscheidende Rolle beim Entstehen von Mobbing spielt der Führungsstil von Vorgesetzten. Zeigen sich Führungskräfte gesprächsbereit und räumen Mitarbeitern bei wichtigen Entscheidungen ein Mitspracherecht ein, wird in der entsprechenden Abteilung auch seltener gemobbt. Dies fanden Jens Eisermann und Elisabetta De Constanzo vom Arbeitsbereich Sozial- und Wirtschaftspsychologie der Freien Universität Berlin heraus. Die Ergebnisse wurden von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht.
Für ihre Studie „Die Erfassung von Mobbing“ werteten die Wissenschaftler die Online-Antworten von mehr als 4300 Behördenmitarbeitern aus zwei Bundesländern aus. Die Autoren verglichen dabei zwei gängige Verfahren aus der Mobbing-Forschung, u.a. das sogenannte „Leymann Inventory of Psychic Terrorization“ (LIPT).
Interessanter Befund: Anders als oft gerne angenommen spielen kritische Ereignisse wie Scheidung, Umzug, Arbeitsplatzwechsel oder Todesfälle als mögliche Ursache für das Gemobbt werden keine Rolle. Das Mobbing ist statt dessen ein Gruppenphänomen, das sehr stark im Führungsstil des jeweiligen Vorgesetzten wurzelt. „Wenn kein partizipativer Führungsstil gepflegt wird“, so ein Fazit der Autoren, „scheint sich damit die Chance auf Mobbing zu erhöhen.“
Mobbing ist inzwischen ein betriebliches und gesellschaftliches Phänomen geworden. Viele Unternehmen kennen das Thema genau, wollen es aber aus Angst vor Imageschäden nicht allzu öffentlich diskutieren. Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) hat Beratungsangebote für Mobbing-Betroffene zusammengestellt.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Dorothee
Rothfuß
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