„Die perfekte Stellenanzeige gibt es nicht“, sagt Christian Hagedorn, Geschäftsführer von Westpress, Agentur für Personalmarketing, gleich zu Beginn der Veranstaltung "Die perfekte Stellenanzeige". Das Seminar fand am Montag in den Räumen der Axel Springer AG in Berlin statt. Ziel sei es vielmehr, Stellenanzeigen erfolgreicher zu machen, so Hagedorn weiter. Dafür ließen Sabine Vockrodt, Leiterin des W&V Stellenmarktes, und Hagedorn die rund 25 Teilnehmer aus verschiedensten Unternehmen einen Tag lang in ihre Hexenküche schauen. Nach einer Druckbetankung mit Theorie am Vormittag, gab es nachmittags hinreichend Zeit, das Gelernte anzuwenden und von den Stellenanzeigen anderer Unternehmen zu lernen – vor allem aus deren Fehlern.
Ein Schock war für viele Teilnehmer, dass ein Betrachter durchschnittlich nur 1,3 Sekunden lang eine Seite des Stellenmarktes einer Zeitung anschaut. 1,3 Sekunden, in denen Unternehmen Zeit haben, Interesse für eine Stelle zu wecken – oder in denen sie diese Chance verspielen. Sprich: Geld zum Fenster hinauswerfen. Eine Anzeige muss also auffallen. Für den Print-Stellenmarkt heißt dies vor allem: Sie darf nicht zu klein sein. Eine Untersuchung der Frankfurter Rundschau habe ergeben, dass die Aufmerksamkeit ab einer Anzeigengröße von 900 Millimetern signifikant steige, so Hagedorn. Neben Aspekten wie Farbe, Lesbarkeit, Konzentration auf wesentliche Inhalte sowie großzügiger Gestaltung spielen vor allem zwei Aspekte eine Rolle: Erstens sollten Personal-Marketer die Chance nutzen, mit Bildern oder Key Visuals in eine Anzeige hineinzuziehen und Emotionen zu wecken. Und zweitens sollten sie das Unternehmen positionieren, um es vom Wettbewerb abzugrenzen. Eine Möglichkeit bestehe in der Verwendung eines Claims, der aus der Positionierung des Unternehmens abgeleitet sei, so Vockrodt.
Auch beim Text hatten die Experten einige Tipps parat. „Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“, erklärten Vockrodt und Hagedorn. Das mag eine Binsenweisheit sein. Dass diese aber noch nicht im Alltag der Unternehmen angekommen ist, zeigte sich nachmittags anhand zahlreicher Beispiele aus den Unternehmen: Da wimmelte es von Floskeln und so genannten "Buzzwords“, oft fehlte eine offene, ehrliche und verständliche Beschreibung von Arbeitgeber und Stelle. Anforderungen wurden eher allgemein und nicht konkret formuliert. Eine eher ernüchternde Bestandsaufnahme. Die Empfehlung der Experten: Präzise formulieren, authentisch und verständlich kommunizieren sowie klare Anforderungen und konkrete Formulierungen verwenden.
Weitere Infos zur Veranstaltung gibt es hier.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Raoul
Fischer
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