Treffpunkt der Branche: Tipps für mehr Erfolg bei der Stellensuche.
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W&V
Schon zu Beginn der Tagung war Klartext angesagt. „Die bittere Realität des Printstellenmarkts zeigt sich in der mangelnden Kreativität bei der Gestaltung der Anzeigen.“ W&V-Autor und Branchenexperte Raoul Fischer schlug kritische Töne an. Sein Publikum waren Fachleute: HR-Experten, Personalmarketing-Manager und am Thema Stellenmarkt interessierte Besucher des Expertenforums „Die Stellenanzeige der Zukunft“. Geladen hatten der Online-Spezialist Jobware und die W&V. Die Tagung fand in den Räumen des Süddeutschen Verlags (SV), München, statt. Gastgeber waren Jobware-Geschäftsführer Wolfgang Achilles und Sabine Vockrodt, Leitung Stellenmarkt beim Verlag Werben & Verkaufen, einer Tochter des SV.
Fischer stellte in seinem Impulsreferat vor 70 Gästen einige Trends vor, die Einfluss haben auf die Personalmarketing-Strategien von Unternehmen. Einer dieser Trends heißt Mobile Media. Das zeigt sich schon daran, dass der Anteil der Smartphones an den verkauften Mobiltelefonen 2012 bei voraussichtlich 70 Prozent liegen wird, wie eine Prognose des Branchenverbands Bitkom zeigt. 19 Prozent der Deutschen gehen schon heute Woche für Woche mobil ins Netz. Hinzu kommt: Speziell Bewegtbild erfreut sich bei jungen Zielgruppen wachsender Beliebtheit. Viele Vertreter der Generation Y informieren sich nicht (nur) über eine Suche bei Google, sondern sehen sich direkt auf Plattformen wie YouTube nach spannenden Inhalten um.
Zugleich leiden Print- wie Online-Anzeigen in einigen Fällen an mangelnder Kreativität. Zu den Positivbeispielen, die Fischer anführte, gehört das Unternehmen Sachsenmilch, das in der Optik den veränderten Gewohnheiten der begehrten und viel zitierten Generation Y Rechnung trägt - und das mit einigen wenigen Handgriffen, wie der Referent betonte. Seine Anregungen lauten:
- klare Key Visuals setzen,
- die Anzeige mit Augmented Reality verknüpfen,
- Videos platzieren,
- die Anzeigen animieren, um mehr Inhalt auf emotionalere Weise vermitteln zu können.
ESG zum Beispiel hat ein Motiv entwickelt, bei dem Ingenieure sich in das Innere eines Helikopters zoomen können. Das passt zur konzeptionellen Handschrift des gesamten Karriereauftritts. „Das große Bildpanorama deckt alle unsere Unternehmensbereiche ab“, erläuterte Julia Legge, Referentin Personalmarketing bei ESG. In einem Video von Intel, das User über einen QR-Code erreichen, führt ein Mitarbeiter der Marketingabteilung interessierte User durch das Unternehmen. Ein QR-Code sollte jedoch immer einen echten Mehrwert bieten, betonte Fischer. Viele Unternehmen hätten dies nicht getan - und das Instrument durch eine inflationäre Nutzung zumindest „teilweise verbrannt“. Noch ein Tipp: Elektronische Anzeigen sollten sich automatisch dem Screen des jeweiligen Endgeräts anpassen.
Doch nicht jede kreative Idee funktioniert gleich gut, das wurde vor allem während der anschließenden Podiumsdiskussion deutlich. Florian Wurzer, Sourcing Specialist von Intel, nannte ein Beispiel: "Bei Xing hinterlegte Unterlagen führen vielleicht zu mehr Quantität, aber nicht unbedingt zu mehr Qualität der Bewerbungen. Wir möchten bei Intel schließlich nicht die gleichen Unterlagen wie McDonald's haben, bei denen sich der Xing-User vielleicht auch bewirbt.“ Bei allen technischen Features rät Christian Hagedorn, Geschäftsführer der Agentur Westpress, immer als Arbeitgeber authentisch zu bleiben: „Eine Stellenanzeige sollte dem Bewerber nichts vorgaukeln, was in Wahrheit eben nicht so ist - sonst bleibt die Entäuschung vor Ort, wenn der Absolvent seine Stelle antritt, nicht aus.“
Dieser Blog wurde verfasst von:
Thomas
Forster
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