Für Rupert Stadler ist das Thema Nachwuchs essentiell. Der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, der erste Nicht-Ingenieur auf dem Chefsessel in der hundertjährigen Geschichte der Ingolstädter, spricht viel und gern über junge Ingenieure & Co. Kein Wunder, ist doch die nachwachsende Generation gerade bei den Automobilkonzernen sehr begehrt. Die Konkurrenz mit Mercedes und BMW zeigt sich auch beim Kampf um die besten Köpfe. Das fängt schon bei den Auszubildenden an. Audi stellt gerade in Krisenzeiten mehr Azubis ein, als es nötig wäre, wie der 48-Jährige gerne betont.
Der Audi-Chef möchte den Frauenanteil, der in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen und damit auch in den Automobil-Konzernen noch eher überschaubar ist, ebenfalls weiter steigern. Der Girls Day, Hochschulkooperationen oder Mentoring-Programme sollen mehr junge Frauen anlocken. Eine Frauenquote plant er allerdings nicht. Der jugendlich wirkende Stadler gilt als Perfektionist, der immer ganz vorne sein möchte. Das gilt auch bei der Personalauswahl. Er legt Wert darauf, weitere Kompetenzträger ins Unternehmen zu holen.
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat sich Stadler aktuell erneut über das Thema Nachwuchs geäußert und zwar über die nächste Manager-Generation. An den Hochschulabsolventen bei Audi entdeckt Stadler viel Ehrgeiz und Engagement. Er lässt sich zwar nicht auf die Frage ein, ob ältere Vorstände tatsächlich über junge Manager lästern, weil sie beim Vorstellungsgespräch erst einmal nach Sabbatical und Work-Live-Balance fragen. Aber er räumt ein, dass die Jüngeren eine andere Einstellung zur Arbeit haben. „Die jüngere Generation denkt in Projekten“, sagt der Audi-Chef, „dann muss ich als Arbeitgeber auch akzeptieren, der er oder sie mal eine Auszeit nimmt.“
Als Stadler zu arbeiten anfing, galten andere Gesetze: Er drückte noch jeden Morgen die Stempeluhr. Und Stadler hat drei mittlerweile erwachsene Kinder. Zu seiner Zeit gab es so etwas wie Elternpause noch nicht. Ein schlechtes Gewissen, deutet er an, melde sich schon manchmal bei ihm. Seine Frau sei zum Großteil alleinerziehend gewesen. „Heute ist das Arbeiten deutlich flexibler“, meint der studierte Betriebswirt, „und es ist ein Fortschritt, wenn junge Väter sich um die Erziehung der Kinder bemühen.“ Bei Audi stelle man sich darauf ein. Krippen und Kindergärten sollen den Mitarbeitern ermöglichen, Familie und Job zu vereinbaren.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Dorothee
Rothfuß
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