Auf Whatchado.com stellen inzwischen fast 800 Menschen ihren Job vor – von der Reiseverkehrskauffrau bis zum Österreichischen Bundespräsidenten. Über die Plattform, die der Wahl-Österreicher Ali Mahlodji 2011 zunächst mit ehrenamtlichen Mitarbeitern gegründet hatte, ist schon im Herbst berichtet worden, u.a. auf Wollmilchsau. In der aktuellen Ausgabe von Lead Digital (03-2013) greifen wir das Thema auf und schauen, welche Möglichkeiten die Plattform für Unternehmen bietet.
Robindro Ullah, Leiter Personalmarketing und Recruiting Süd der Deutschen Bahn, erklärt, warum und wie die Deutsche Bahn die neue Plattform nutzt.
Die Bahn ist eines von mehr als 40 Unternehmen, die eine eigene Präsenz auf Watchado unterhalten. Was versprechen Sie sich davon?
Unser primäres Ziel war, einen neuen Weg einzuschlagen. Einen Weg, von dem wir denken, dass er durchaus zur Erschließung neuer Zielgruppen genutzt werden kann. Eine der Herausforderungen, denen sich unser Konzern immer wieder stellen muss, ist die mangelnde Transparenz über unsere Berufsvielfalt. Unbekannte Berufe, wie etwa der des Fahrdienstleiters, gehen da sehr schnell unter. Kein Schüler fängt von sich aus an, nach dem Berufsbild „Fahrdienstleiter“ zu suchen. Auf einer Plattform, auf der die Mitarbeiter und deren Interessen im Vordergrund stehen, findet der Schüler aber unter Umständen jemanden, der ihm ähnlich ist. Der Beruf wird mit einer Persönlichkeit verknüpft. So bringen wir ihn ins Relevant-Set von Bewerbern, die vorher weit weg gewesen wären.
Wann lohnt sich Ihrer Einschätzung nach ein Engagement auf der Plattform: Hängt das von der Menge der Bewerber ab, die ein Unternehmen benötigt? Oder vom Spezialisierungsgrad der Berufe?
Kurz: Wenn Sie bereit sind, Geschichten zu erzählen. Grundsätzlich halte ich die Plattform dafür geeignet, eine Berufslandkarte je Unternehmen darzustellen mit dem besonderen Blick auf Mensch und Geschichten. Aber: Wie bei allen Kanälen haben wir es auch bei Whatchado nicht mit einer Wollmilchsau zu tun. Das Engagement auf diesem Kanal entbindet Sie nicht von Ihrem Engagement auf anderen Kanälen. Der Kanal-Mix muss stimmen und entsprechend Ihrer Vakanzen und Zielgruppen ausgewählt sein. Whatchado kann wunderbar Personalmarketingaktivitäten ergänzen, die Berufsgruppen adressieren, bei denen die Vermarktung nicht so leicht fällt.
Wie ergänzt Whatchado das Personalmarketing-Portfolio der Deutschen Bahn?
Lassen Sie es mich so formulieren: An der Personalmarketingfront stehen von Seiten der DB verschiedenste Instrumente und vor allem auch Mitarbeiter mit Ihren Berufen. Sicherlich ist Ihnen unsere neue Kampagne "Kein Job wie jeder andere" bereits aufgefallen. Mit Whatchado haben Sie nun ein Instrument, das ein paar Schritte hinter die Frontline geht und Geschichten ausgräbt. Das ist ein Feld, welches wir auf diese Art und Weise noch nicht bearbeitet hatten.
Ihr Unternehmen hat im Dezember eine große Recruiting-Kampagne gestartet: Wie haben Sie Whatchado da integriert?
Auch wenn ich von Whatchado und der Logik, die hinter diesem Kanal steht, sehr überzeugt bin, handelt es sich dennoch für uns um einen Pilotversuch, den wir aus der Region Bayern heraus gestartet haben. D.h. kurz umschrieben: Wir testen, wir beobachten, es fliegt, wir integrieren. Noch wissen wir nicht, wie Whatchado am deutschen Arbeitsmarkt aufgenommen wird. Ich denke, hier fehlen uns noch ein paar Erfahrungswerte, um eine sinnvolle Integration durchzuführen. Solche Pilotversuche werden wir aber immer wieder starten, da wir am Puls der Zeit bleiben wollen.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Raoul
Fischer
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