Es tut sich etwas bei den Stellenanzeigen. Das Jobware Expertenforum am vergangenen Donnerstag in München hat bestätigt: Unternehmen müssen die Chance nutzen, Jobsuchende in den ersten Sekunden zu packen. Ist das Interesse geweckt und setzt sich ein Kandidat intensiver mit der Anzeige auseinander – dann ist ein wichtiger Schritt erreicht. „Unternehmen müssen die Reichweite, die sie etwa in Jobbörsen kaufen, besser nutzen und in die richtige Gestaltung einer Stellenanzeige investieren“, erklärt Wolfgang Achilles, Geschäftsführer der Jobbörse Jobware. Um die Verantwortlichen im Personalmarketing zu unterstützen, hat Jobware in Zusammenarbeit mit den Partnern Useye und Tobii Technology in Juli und August 2012 eine Studie durchgeführt, um dem Leseverhalten der User auf den Grund zu gehen.
Welchen Einfluss haben Bilder auf die Informationsaufnahme? Wie sollte eine Anzeige aufgebaut sein? Was löst Emotionen aus und führt zur Verankerung der Informationen im Kopf des Bewerbers? Mittels eines Eye-Tracking-Systems hat Jobware 30 Studierenden beim Betrachten von Stellenanzeigen in die Augen gesehen. Dabei wurde gemessen, wohin der Blick in welcher Reihenfolge wandert und wie lange er auf einem Element verweilt. Bei der anschließenden Befragung zeigte sich dann, wie viele und welche informationen bei den Teilnehmern hängen geblieben waren.
Ein Beispiel: Befand sich das Logo am Kopf der Stellenanzeige, sei es links oder rechts oder auch mittig ausgerichtet, wurde es von den Teilnehmern auf den ersten Blick erfolgreich wahrgenommen. Die Befragten waren im Anschluss deutlich häufiger in der Lage, den Namen des ausschreibenden Unternehmens korrekt zu nennen, als bei Anzeigen, in denen das Logo am Fuß platziert war. Mit Blick auf den Einsatz von Bildern ergaben sich mehrere Erkenntnisse. Zum einen wirkten neutrale Bilder, die weder im Bezug zum Unternehmen noch zur Branche standen, weniger zielführend als solche, die Branche oder Produkt verdeutlichen. Die Befragten konnten wesentlich seltener die richtigen Informationen zur Branche oder Produkt geben.
Auch die Platzierung will gut überlegt sein: Wurde ein Bild neben den wesentlichen Informationen wie dem Titel, den Aufgaben oder den Herausforderungen platziert, dann lenkte dies in der Regel massiv von der Aufnahme der wesentlichen Informationen ab. Die Augen wurden von dem Bild magisch angezogen. Sie sprangen zwischen dem Text und dem Bild hin und her, wobei ganze Textpassagen ausgelassen wurden.
Für die Studie ließ Jobware insgesamt 36 Online-Stellenanzeigen bewerten, die nach folgenden Kriterien ausgewählt wurden: Einspaltige Anzeigen und zweispaltige Anzeigen, Aufzählungen und Fließtext, Unterschiede in der Platzierung des Logos, Unterschiede in der Platzierung des Bildes bis hin zum Verzicht auf Bildmaterial. Jeder der Teilnehmer bekam 19 Stellenanzeigen zu sehen und wurde von einem Versuchsleiter durch die 45-minütige Untersuchung geführt. Im Anschluss folgte eine schriftliche Befragung. Weitere Informationen, bzw. die Studie selber, gibt es bei Rebecca Baden (r.baden@jobware.de).
Dieser Blog wurde verfasst von:
Raoul
Fischer
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