Haben Sie schon die neue Recruiting Kampagne von XY gesehen? Was sagen Sie dazu? Shitstorm ja/nein? Ach, Sie fanden das Youtube Viral nicht authentisch?
Ja, das Thema Personalmarketing ist wichtiger geworden. Und die Zunahme an Recruiting Kampagnen zeigt, dass Unternehmen tatsächlich mehr investieren, um gute Mitarbeiter zu finden. Sicher, gerade im Agenturumfeld trifft manche Social Media Kampagne überwiegend durch die Berichterstattung in der Branchenpresse auf ihre Zielgruppe und weniger auf facebook, aber hey, das Ergebnis zählt.
Und genau das ist der Punkt: Jede Recruiting Kampagne wird heiß diskutiert und jeder hat irgendeine Meinung dazu, die Diskussionen zeigen aber auch, dass Personalmarketing in Deutschland vergleichsweise wenig professionalisiert ist. Ein Shitstorm wird gerne aufgebauscht, aber wenig nach der eigentlichen Zielgruppe gefragt. Eine Kampagne wird für gut befunden, weil sie innovative Technologie einsetzt, auf welchem Insight sie eigentlich basiert ist aber egal.
Personalmarketing ist mehr als die nächste Facebook-Youtube-QRCode-Pinterest-Kampagne. Über Kampagnen kann man aber natürlich viel leichter sprechen, weil sie für jeden sichtbar sind. Was Unternehmen insgesamt tun, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, ist viel schwieriger darstellbar. Und jetzt bitte nicht wieder X Incentives aufzählen. Klar, Kaffee und Wasser werden erwartet und jeder will meinetwegen ein Telefon und ein Laptop. Alles andere ist schön, aber am Ende für Bewerber nicht so wichtig. Unternehmen erzählen immer, was Mitarbeiter bei ihnen bekommen. Mitarbeiter fragen aber immer öfter, was kann ich bei dem Unternehmen machen? Insbesondere im Agenturumfeld würde die ehrliche Antwort heute lauten: Du kannst hier arbeiten und bekommst Geld dafür. Wenn du das gut machst, kannst du danach in einer besseren Agentur arbeiten und kriegst vielleicht mehr Geld. Möglicherweise kannst du auf Parties damit angeben, dass die Kampagnenidee für XY von dir ist. Für den Fall, dass alle deine Freunde Werber sind, kennen sie die Kampagne aus der WuV. Falls nicht, tja, dann solltest du vielleicht doch nebenbei ein Fashionblog schreiben, Songs auf Soundcloud pushen oder irgendwie die Welt retten. Dann klappt´s auch mit dem Fame.
Insbesondere Agenturen brauchen also dringend eine neue Antwort auf die Frage, was kann ich hier tun und erreichen. Darauf eine gute Antwort zu entwickeln ist schwierig und vermutlich ist es noch schwieriger, dies glaubhaft öffentlich zu vermitteln. Die Mühe muss man sich aber machen.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Vanessa
Boysen
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