Ein spannender Case, den mit Hanno Tietgens vom Büro X Media Lab da erzählt hat. Der TÜV Nord, schon seit einigen Jahren in Second Life präsent, nutzt die virtuelle Welt auch für Weiterbildungsmaßnahmen und Workshops. Die Vorteile liegen auf der Hand: „Das spart dem Unternehmen Reisekosten in erheblichem Ausmaß und es erleichtert das Arbeiten“, erklärt Hanno Tietgens, der das Projekt begleitet hat. In der virtuellen Welt stehen andere Möglichkeiten zur Verfügung, Zusammenhänge zu visualisieren und darzustellen. Und es bietet Chancen im Talent Relationship Management – gerade für Unternehmen, die Nachwuchs im Bereich IT und Programmierung brauchen.
Eine Dokumentation des Scond-Life-Anbieters Linden Lab, stellt dar, wie ein Absolvent der Hochschule Wismar seine Diplomarbeit in einer Mixed-Media-Präsentation verteidigt: Live in Rostock und in Second Life. Vielleicht sollte man besser von einer „Mixed-Reality-Präsentation“ reden? Jedenfalls hatte der Absolvent schon vorher die Workshops beobachtet und verfolgt, wie die Teilnehmer in Avatar-Gestalt agieren und welche Möglichkeiten zum Beispiel die Entwicklung interaktiver 3D-Objekte für Weiterbildung und Schulung bietet.
Spinnt man den Gedanken weiter, so ließe sich hier die virtuelle Welt mit realen Recruiting-Ansätzen verbinden. Denn anders als den spielerischen Zusammenhang in Games wie Fliplife, nutzen Unternehmen wie der TÜV Nord und andere die junge 3D-Medientechnik, um Prozesse in Web zu verlagern. Warum also nicht eine Plattform für Absolventen, um eventuell in Assessments oder in kreativen Projekten für Studierende und Absolventen so genannte High-Potentials frühzeitig zu erkennen und zu binden? Der TÜV Nord hatte dem erfolgreichen Absolventen aus Wismar jedenfalls gleich eine Stelle angeboten. Allerdings: In Deutschland ist Second Life nach dem Hype um die Plattform vor einigen Jahren wieder etwas in Vergessenheit geraten. Aber das kann sich auch wieder ändern. Und die Technik hat sich rasant weiter entwickelt, inzwischen gibt es zu Second Life diverse leistungsfähige Alternativen.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Raoul
Fischer
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