Vor allem im Kommunikations-Business, wenn beispielsweise Aufgaben in Marktforschung, Mediaplanung und Kreation erledigt werden sollen, sind Spezialisten gefragt, die einerseits etwas von Marketing und Kommunikation aber andererseits auch etwas von IT- und Computertechnik verstehen. Über die Suche nach diesen "Symbionten" sprach der HRmarketingblog mit Herbert Frohne, Geschäftsführer Executive Search bei von Rundstedt.
Wer ist der IT-Experte mit Management-Skills, der auch komplizierte Daten-Themen an alle rüberbringen kann?
Herbert Frohne: Noch ist es oft so, dass Management-Positionen traditionell von Dual-Qualifizierten Profis besetzt werden. Diese kommen in der Regel von der Universität und haben beide Aspekte – IT und Marketing – studiert und haben bereits berufliche Erfahrung gesammelt – z. B. als Marketing-Manager mit Informatik-Background.
Wie heißen die Fachleute, die gefragt sind?
Frohne: Die Titel sind hier noch unterschiedlich. Vom Community-Manager über den Social Media-Manager bis hin zum Referent Öffentlichkeitsarbeit mit Schwerpunkt Social Media, reichen hier die Stellenangebote. Inhaltlich müssten Bewerber genau in die Stellenausschreibung schauen, da es Unterschiede in der Profilausrichtung – also B2C oder B2B – gibt.
Sind die Spezialisten schwer zu finden?
Frohne: Nein, es gibt genügend gute Leute – Wie schnell Unternehmen diese Positionen jedoch besetzen können, hängt auch immer von Faktoren wie der Branche, der Vergütung und dem jeweiligen Standort ab.
Wo wird nach diesen Profis gefahndet?
Frohne: Unternehmen suchen vielfach noch klassisch über die eigene Homepage, Anzeigen, versierte / spezialisierte Personalberater sowie über soziale Netzwerke, wie XING, LinkedIn sowie auf Facebook in den entsprechenden thematischen Gruppen.
Kann man sie aus anderen Job-Profilen heraus entwickeln?
Frohne: Ja, das ist möglich. Speziell für Quereinsteiger stellt es sich jedoch immer wieder als schwierig dar, Unternehmen zu finden, die ihnen die Möglichkeit geben, sich auch ohne Zertifikate und Abschlüsse als Experten zu beweisen. Denn es herrscht auch diese Ansicht: Wozu aus anderen Job-Profilen weiterentwickeln, wenn man auch ausgebildete Leute bekommen kann? Wie in den USA: Dort sind Journalisten meist Leute, die auch Journalismus studiert haben oder der Online-Marketing-Manager hat auch das studiert, was er später macht.
Diese Fachleute werden auf allen Hierarchieebenen gesucht: Stimmt es, dass der CIO die Top-Führungsposition für diese Aufgabe ist?
Frohne: Das kommt darauf an, wie die CIO-Position im jeweiligen Unternehmen definiert ist. Im klassischen Sinn verantwortet er nur den IT-Bereich. Der Fokus liegt eher auf dem technischen, weniger auf dem marketingstrategischen Aspekt. Aufgrund der strategischen und kommunikativen Bedeutung von Social Media, sind diese Funktionen daher in den meisten Unternehmen eher als Stabsbereich bei der Geschäftsführung angesiedelt.