Was bringt 2012 auf dem Jobmarkt? Die Karriereexperten.com, ein Netzwerk aus Coaches und Beratern mit Schwerpunkt Karriere und Weiterentwicklung, haben für das kommende Jahr zehn Megatrends ausgemacht.
Der Arbeitsmarkt ist zweigeteilt Hochqualifizierte Fachkräfte können weiterhin mit hohen bzw. steigenden Gehältern rechnen. Geringqualifizierte und weniger gefragte Akademiker müssen sich mit niedrigen Löhnen zufriedengeben. Gefragt sind Kräfte „aus dem IT- und ingenieurnahen Umfeld, die Methodenwissen und kommunikative Fähigkeiten mitbringen“, sagt Lars Hahn.
Auswahlverfahren gehen immer mehr online E-Assessments gibt es schon lange, vereinzelt laufen Vorstellungsgespräche per Skype. „Die Webcam wird zum wichtigen Tool im Bewerbungsprozess“, so Raoul Wintjes aus Berlin.
Bewerbungen werden bunter 2011 kam vizualize.me auf dem Markt. Damit lässt sich der Lebenslauf wie eine Infografik darstellen. „Lebensläufe werden damit frischer und frecher, aber nicht unbedingt besser“, meint Raoul Wintjes. Führungskräfte sollten darauf achten, ihren „Track Record", also ihre chronologische Erfolgsgeschichte, darzulegen.
Berufseinstieg wird schwieriger „Der Studienplatz wird 2012 in vielen Fächern erkämpft“, weiß Christoph Burger. Doppelte Abiturjahrgänge und weggefallene Wehrpflicht setzen die neuen Abiturienten unter Druck. „Die Gelassenheit früherer Generationen fehlt ihnen zunehmend“, sagt Burger. Noch ist unklar, welche Entwicklungen bei der Berufswahl diese verkrampfte Haltung mittelfristig bewirkt.
Der Fachkräftemangel hat begonnen Das belegen Veranstaltungen wie die „Nacht der Unternehmen“, die Anwerbung von spanischen Spezialisten und die Diskussionen um „Employer Branding“. Die Fachkräfte hätten noch nicht wirklich verstanden, dass sie selbst nun mehr Spielraum haben, meint Christoph Burger.
Besonders gefragt sind Soft Skills und Englisch Soft Skills wie nonverbale Sensibilität stehen ganz hoch im Kurs. „Das meint ein ganzes Bündel an Fähigkeiten, die Körpersprache und Stimmeinsatz betreffen“, erklärt Carmen Dreyer. Englisch ist auf allen Ebenen Standard, gutes Englisch nichts mehr Besonderes. „Englisch wird heute einfach vorausgesetzt“, bestätigt die Business Englisch Trainerin Sonja Theilmeier.
Karrieremöglichkeiten fächern sich auf Neben Führungslaufbahnen etablieren sich zunehmend Experten-, Spezialisten- und Projektlaufbahnen. „Das mittlere Management ist nun auch Karriereziel und nicht mehr nur die Zwischenstufe zum Topmanagement“, findet Martina Bandoly. „Mitarbeiterführung bekommt eine neue anspruchsvolle Richtung“, ergänzt der Führungsexperte Thomas Kuhlmann.
Social Media fungiert nur für Jüngere als Jobbörse „Für die Jugend, die in erste Joberfahrungen hineinwächst, wird Facebook zum beliebtesten Stellenmarkt“, sagt Ursula Thieme. Für weiterführende Karrieren sei das Netzwerk hingegen bedeutungslos. Die interessanten Deals werden hier über persönliche Kontakte oder Headhunter angebahnt.
Beim Recruiting zählt authentische Kommunikation Der Nachwuchs gibt nicht mehr so viel auf Hochglanzbroschüren oder Siegel wie „Greatplacetowork“. Stattdessen schaut man in Arbeitgeberbewertungsportale wie Kununu. Nur Unternehmen, so Ute Blindert, die wissen, wen sie wirklich wollen und dies konsequent umsetzen, haben Chancen im Web, über Social Media, in Magazinen, am Telefon oder auf Messen.
Weiterbildung soll vor Burnout schützen Teilweise wurde das Thema Burnout 2011 fast schon mystifiziert. Thomas Kuhlmann glaubt, das Trainings zur Burnout-Prophylaxe 2012 besonders gut gehen werden. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass ihr Ruf vom vom Umgang mit dem Thema abhängt.