Es ist nicht einfach, seine Zuhörer vor Präsentationen oder Reden zur Stille zu bändigen und Konzentration einzufordern. Zu verführerisch sind der Smalltalk mit dem Sitznachbarn oder die neuesten News auf dem iphone. Der Präsentationsexperte Michael Moesslang gibt im Rhetorikmagazin Tipps, wie man sein Publikum fesselt, ohne es zu unterdrücken. Der Coach und Redner ist Inhaber des PreSensation Institute in München.
1.) Beginnen Sie nicht, das Publikum zu übertönen. Damit üben Sie Dominanz aus, indem Sie Ruhe befehlen. Das mag zwar in der Sache richtig sein, erzeugt aber keine Sympathie. Die Zuschauer sind noch nicht bei Ihnen, der Beginn der Rede oder Präsentation geht mangels Aufmerksamkeit unter.
2.) Ihre Rede beginnt schon vorher. Es ist einfacher, von einer Person, von einem Gong oder Musik anmoderiert zu werden. Wenn das fehlt oder unpassend wäre, sollten Sie sich vor Beginn nicht auf der Bühne, sondern „off stage“, also dahinter oder im Publikum aufhalten. Zu Beginn gehen Sie dann festen Schrittes in die Mitte der Bühne, stehen gerade, halten den Blick ins Publikum.
3.) Nutzen Sie die Zeit. Sie müssen es aushalten, dass das Publikum eine Weile braucht, um Sie anfangen zu lassen. Bei einer kleinen Gruppe dauert es ein paar Sekunden, bei einer großen bis zu zwei Minuten. In dieser Zeit können Sie tief in den Bauchraum atmen. Dann sind Sie beim Sprechen nicht kurzatmig und haben genug Sauerstoff zum Denken.
4.) Stellen Sie sich richtig hin. Ein guter Stand ist wichtig. Die Füße müssen parallel stehen, etwas weniger als schulterbreit, auch bei den Frauen. Knie nicht nach hinten durchdrücken und nicht wackeln oder wippen. Oberkörper aufrecht und Kopf gerade. Die Hände liegen locker ineinander. Nehmen Sie nichts zum Herumspielen in die Hand.
5.) Suchen Sie den Kontakt zum Publikum. Schauen und lächeln Sie einzelne Zuhörer an, bis alle bereit sind, Ihnen zuzuhören. Wer sich noch umgedreht hat oder steht, wird dadurch von anderen auf Sie aufmerksam gemacht. Die beginnende Ruhe merken alle. Steigern Sie die Spannung bis zum Beginn, indem Sie innerlich drei Sekunden lang zählen.
6.) Denken Sie an einen starken Einstieg. Die ersten Worte sind besonders wichtig. Vermeiden Sie Floskeln wie „Guten Tag, mein Name ist...“ Starten Sie mit einem starken Satz, der direkt ins Thema führt.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Dorothee
Rothfuß
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