Wer für ein Unternehmen bloggt oder twittert, kann ein Lied davon singen. Nicht alle Verlautbarungen auf der Website werden von den Usern goutiert. Im schlechtesten Fall entfacht sich ein Shitstorm, der erst einmal Blogger und Content in manigfaltigem Furor hinwegfegt. Erst im Januar musste McDonalds unter dem Twitter-Suchbegriff McDStories erleben, dass statt toller Essens-Geschichten negative Kundenerfahrungen und viel Häme kursierten. ING-Diba duckte sich zusammen mit Dirk Nowitzki unter dem Empörungsgetöse der Vegetarier, hielt sich aber insgesamt gut.
Noch vor einem Jahr war der Shitstorm eher einem kleinen Publikum bekannt, ebenso wie Sockenpuppen oder Trolle. Inzwischen hat das Wort, unter dem so mancher Unternehmens-PRler ächzt, Karriere gemacht. Es ist auch schon wikipedia-würdig, als „Internet-Phänomen, bei dem massenhafte öffentliche Entrüstung sachliche Kritik mit zahlreichen unsachlichen Beiträgen vermischt.“ Der Hamburger Sprachwissenschaflter Anatol Stefanowitsch hat jetzt zusammen mit vier Kollegen den Shitstorm zum „Anglizismus des Jahres 2011“ gewählt.
Die Sprachexperten fasziniert, dass diese neue Art des Protests sich in Art und Ausmaß deutlich davon unterscheidet, wie früher auf Äußerungen oder Handlungen reagiert wurde. „Das Wort Shitstorm ermöglicht eine klare Differenzierung gegenüber Wörtern wie Kritik, Protest oder Sturm der Entrüstung“, sagt Jury-Mitglied Susanne Flach. Das Publikum sah die Sache übrigens genauso: 642 User oder 20 Prozent stimmten für den neuen deutsch-englischen Begriff, der manchen Blogger in schlaflose Nächte treibt.
Dieser Blog wurde verfasst von:
Dorothee
Rothfuß
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