| | von Franziska Mozart

BBDO-Vize: "Facebooks größte Schwäche ist nach wie vor das fehlende Vertrauen"

Die Erwartungen an den Börsengang von Facebook waren so groß wie die Enttäuschung nach dem Flop. Hat das soziale Netzwerk jetzt ein Imageproblem?  W&V Online mit darüber mit BBDO-Vize Michael Schipper gesprochen.

Herr Schipper, gleich auf mehreren Ebenen ist das Debüt des sozialen Netzwerks an der Nasdaq schief gelaufen: technische Probleme tauchten auf, die Aktie verlor in den ersten Handelstagen an Wert und jetzt wollen auch noch Aktionäre klagen – hat das auch außerhalb der Börsenwelt Einfluss auf das Image von Facebook?

Natürlich erzeugt einer der wichtigsten und größten Börsengänge des Jahres einer so populären Marke enorme Aufmerksamkeit und hat Einfluss auf das Image. Facebooks größte Schwäche ist nach wie vor das fehlende Vertrauen im Umgang mit den Userdaten. Kaum einer glaubt, dass das soziale Netzwerk mit den persönlichen Daten ausreichend verlässlich umgeht und Facebook selbst hat bisher noch keinen Weg gefunden genau diese Schwachstelle abzustellen.

Und die Pannen beim Börsengang erhöhen das Vertrauen in Facebook nicht gerade…

Genau auf das vorhandene Imageproblem zahlt der missglückte Börsengang ein: technische Probleme beim Orderprozess, zögerliches Verhalten in der Bewertung der Aktie im Vorweg und Taktieren des Gründers mit seinem persönlichen Vorgehen in der Sache. Das merzt auch die anschließende Hochzeit nicht aus. Facebook täte gut daran, Transparenz zu zeigen. Auf das Userverhalten und die generelle Entwicklung wird das aber alles kaum Einfluss haben.

Nein?

Facebook schließt nur eine Bedarfslücke, die jeder andere auch hätte schließen können. Facebook war nur schneller – auch beim Börsengang.

Schon im Vorfeld hieß es ja, der Börsenwert von 100 Milliarden Dollar sei zu hoch angesetzt – sehen Sie das Ähnlich? Und wenn ja, was müsste Facebook tun, um diesen Wert auch zu erreichen?

Ob diese unfassbare Bewertung gerechtfertigt ist, wird mathematisch wohl kaum nachvollziehbar sein. Der Wert errechnet sich wohl eher aus Faktoren, die ihren Ursprung in der Psychologie und Philosophie haben. Wir kennen das aus der Dotcom-Ära.

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