In Zahlen haben sich all diese Aktivitäten allerdings kaum ausgewirkt. Die Umsätze legten von 2014 bis 2018 nur schwach von 81,7 auf 89,8 Milliarden Dollar zu. Amazons Umsätze explodierten im selben Zeitraum von 83,9 auf 232,9 Milliarden Dollar. Die schwache Entwicklung macht die Börsianer zunehmend nervös. Schon länger fordert der Investor Paul Singer, der über seinen Investmentfond Elliott bei eBay beteiligt ist, lauthals die Aufspaltung des Unternehmens in den Online-Marktplatz und das Kleinanzeigengeschäft. Jetzt hat das Ebay-Board reagiert und Goldman Sachs mit der strategischen Überprüfung des Portfolios beauftragt. "Wie auch in der Vergangenheit bei der PayPal Abspaltung wird das Unternehmen von kurzfristig orientierten Anlegern getrieben. Und das zum Schaden der Händler", kommentiert eBay-Experte Mark Steier auf seinem Blog Wortfilter.de.

Derweil munkelt man in Deutschland, dass eBay unter Umständen bald zum chinesischen Alibaba-Konzern zählen könnte. Denn der Marktplatz ist mit einer Marktkapitalisierung von 34 Milliarden Dollar ein Schnäppchen. Exciting-Commerce-Blogger Jochen Krisch hält auch für möglich, dass sich Mercado Libre das Unternehmen schnappt. Hier könnte eBay auf alte Bekannte treffen. Erst im März hatte sich PayPal mit 750 Millionen Dollar an dem lateinamerikanischen Marktplatz beteiligt.


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W&V Redaktion
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