Goldmedia | | von Susanne Herrmann

Die Digi-Trends 2015

Dark Social, Mobile Payment, IPTV und fahrerlose Autos: Diese digitalen Trends und noch viele weitere stehen uns 2015 bevor, so die Prognose des Trend-Monitors 2015 von Goldmedia. Folgende 16 Thesen für die Medien-, Unterhaltungs- und Telekommunikationsbranche stellen die Marktforscher auf:

  • Data-driven Content auf dem Weg zum Massenmarkt. Daten sind der neue Goldstandard – wenn man sie zu interpretieren weiß. Die IT, um solche Datenberge zu interpretieren, werde dabei zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor im Mediengeschäft, sagt Klaus Goldhammer. "Es sind nicht mehr nur die begnadeten Journalisten oder Kreativen, die einen Unterschied machen, sondern auch die Programmierer, die das Produkt optimieren und erfolgreich zum Kunden bringen können."
  • Subscribe to everything: Digitale Abonnements sind das Geschäftsmodell der Stunde. Audio-Streaming-Dienste und Video on Demand machen's vor. Abonniert wird, wenn der Gegenwert stimmt.
  • Disruption der Medienformate: Junge Nutzergruppen ziehen Youtube & Co. den klassischen Medienproduktionen immer stärker vor. TV-Macher können davon lernen. Etablierte Sendeformate müssen umgedacht werden, wollen sie am Puls der Zeit bleiben und weiterhin an den Werbeeinnahmen partizipieren, sagt Tim Prien von Goldmedia. "Die von sogenannten Multichannel-Networks wie Mediakraft immer aufwendiger produzierten UGC-Formate der Youtuber sind ein Millionengeschäft und von der Werbeindustrie längst angenommen."
  • Von Social Media zu Dark Social: Das sind die Messaging-Dienste. Und die haben immer mehr Zulauf. "Dark Social" deshalb, weil sich die Kommunikation nicht öffentlich, sondern im persönlichen Bereich abspielt und Messaging-Dienste sich der Marktforschung oder externen Analyse bislang überwiegend verschließen, erläutert Goldhammer.
  • Alles bleibt anders: Der Audio-Markt boomt und ist dynamisch wie nie. Gegenüber 2014 wird der Markt für Online-Audio-Werbung um rund 50 Prozent wachsen (Webradiomonitor 2014).
  • Smart wird praxistauglich: Das Internet der Dinge kommt im Verbrauchermarkt an. 
  • Mobile Payment ante portas! Der Markt für mobile Bezahlsysteme bekommt entscheidende Impulse. Vor allem dank Apple: "Erweist sich Apple Pay in Amerika als Erfolg, kann das zu einem großen technischen und ökonomischen Vertrauensgewinn für Mobile Payment führen, der sich positiv auf die Marktentwicklung in anderen Ländern auswirkt", sagt Goldmedia-Experte Sebastian Lehr.
  • Searchless Search wird real: Finden ohne Suche durch mitdenkende Personal Digital Assistants. Diese Assistenten wie Apples Siri oder Microsofts Cortana gestalteten das Suchen und Finden humaner, weil sie auf Sprache reagieren und zumeist auch sinnvoll antworten würden.
  • Free to Internet: Zuschauer treiben TV-Sender ins Internet, allerdings an deren eigenen Video-Streaming-Angeboten vorbei. "Da der Anteil der älteren Menschen in Deutschland immer größer wird, fällt es im Durchschnitt noch nicht so stark auf, dass die jüngeren Zuschauer immer weniger fernsehen. Dies führt dazu, dass viele TV-Traditionalisten die Wucht des Wandels unterschätzen, der ihr Geschäft in naher Zukunft gründlich durcheinanderbringen wird", so Florian Kerkau.
  • Driverless Car: Das Fahrzeug übernimmt das Steuer – teilautonome Fahrassistenten erreichen das Volumensegment. Fast alle großen Hersteller arbeiten schon daran.
  • Facebook ist das Telefonbuch, Whats App das Telefon: Die Funktion sozialer Netze differenziert sich weiter aus, weil ein neues Verständnis von Privatheit entsteht. Das eine (Social Web) definiert das Online-Ich, das andere (MEssenger) dient der Kommunikation.
  • Das Breitband wird mobil: Immer mehr Internetnutzer surfen mobil schneller als im Festnetz.
  • MCNs sind Major-Studios 3.0: Multichannel-Networks läuten neue Ära der TV- und Videoproduktion ein. Marcus Hochhaus prognostiziert: "Sollten sich die Veränderungen von Technologie und Mediennutzung mit unveränderter Geschwindigkeit fortsetzten, werden die MCNs bald nicht nur den werbefinanzierten VoD-Markt dominieren, sondern schnell auch neue Content-Angebote und Geschäftsmodelle etablieren. In der Tradition der Major-Studios könnten sie damit eine ganz neue Ära des TV- und VoD-Marktes einläuten, deren Zeuge wir bereits in 2015 werden: die Major-Studios 3.0."
  • Quo Vadis Werbung: Schrumpfung trotz Wachstum. Der Netto-Werbemarkt schrumpft, obwohl fast alle Segmente Wachstum melden? Denn: "Die Printverlage verlieren massiv. Die Umschichtungen in Richtung Online- und Mobilsektor fangen diese Schrumpfungsprozesse nicht komplett wieder auf. Und die rund drei Milliarden Euro Bruttoumsatz im Bereich Search- und Affiliate-Marketing erscheinen nicht in der ZAW-Statistik", klärt Klaus Goldhammer auf. Wenn nun aber Werbemarkt und wirtschaftliche PRognose weierhin korrellieren, könnte es düster ausssehen für die Branche.
  • Embedded Analytics: Demokratisierung der Datenanalyse.
  • Think digital: Leadership in der digitalen Transformation erfordert neue Kompetenzen. Welcher Typ nun gefragt ist in Zeiten des Wandels, beschreibt Hochhaus: "Nicht die Ausbildung als Kreativer, Kaufmann, Ingenieur oder Jurist ist entscheidend, sondern die Neugier, das analytische Vermögen und die Entschlossenheit im Handeln sind das Handwerkszeug für erfolgreiche digitale Medienmanager."
Die Digi-Trends 2015

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