BVDW | | von Kay Städele

Digitalagentur-Ranking: Es gibt eine neue Nummer eins

Das Internetagentur-Ranking* hat ein neues Gesicht: Die Münchner Agenturgruppe Plan.net mit dem Geschäfsführer Manfred Klaus rangiert auf Platz eins mit 67,3 Mio. Euro (siehe dazu auch Kopf der Woche W&V-Ausgabe 16/2015). Das bedeutet einen hauchdünnen Vorsprung vor dem Vorjahresführenden UDG (66,2 Mio.), die allerdings die Honorarumsätze auch um fast zehn Prozent steigern konnten. Mit Sapient kehrt nach einem Meldeverzicht ein Schwergewicht auf Platz fünf ins Ranking zurück, zudem landet der KicherBurkhardt und BurdaCreative fusionierte Dienstleister C3 auf Platz sechs der Liste des Bundesverbands Digitale Wirtschaft, die gemeinsam mit W&V, Horizont und HighText iBusiness erstellt wird.

Die neue Nummer drei im Ranking heißt nach einem beachtlichen Anstieg um 30 Prozent SinnerSchrader. Das Plus stammt laut Agenturchef Matthias Schrader von Projekten im besonderen Maße aus Telekommunikation und Automobil. Schrader hebt das Web-Projekt Curved für E-Plus hervor. "Während alle von Contentmarketing sprechen, haben wir - bei aller Bescheidenheit - den wohl erfolgreichsten Case des Jahres auf die Beine gestellt", sagt Schrader. Zur Höhe des Etats möchte sich SinnerSchrader aber nicht äußern. Einen Platz runter ging es für Team Neusta auf Platz vier, die zwar auch einen Anstieg der Honorarumsätze um 18, 1 Prozent auf 49,0 Milo. Euro verbuchten, aber nicht mit dem Wachstum von SinnerSchrader mithalten konnten. 

Insgesamt stiegen die gemeldeten Honorarumsätze 2014 auf 1,22 Milliarden Euro an. Im Vorjahr beliefen sich die Einnahmen noch auf 1,06 Milliarden Euro. Ein Plus von 15,5 Prozent. Auch die Honorare der Top-50-Agenturen legten von 740 Mio. auf  861,5 Mio. Euro (plus 16,4 Prozent) um eine ähnliche Dimension zu, genau wie die Mitarbeiterzahl aller Agenturen: von 11.200 auf 12.779 Beschäftigte, ein Plus von 14,1 Prozent.  Insgesamt meldeten in diesem Jahr 231 Agenturen ihre Daten, im letzten Jahr taten dies 217 Dienstleister.

Laut Marco Zingler, Vorsitzender des BVDW-Fachkreises Full-Service-Digitalagenturen, schafft vor allem die fortlaufende Digitalisierung der Wirtschaft neue Wachstumsmöglichkeiten. "Auch die nächsten Jahre werden wir wachsende Honorarumsätze verzeichnen können", sagt Zingler. Full-Service-Agenturen hätten die besten Voraussetzungen für den Gewinn weiterer Aufträge. Neben der Strategie, der Beratungskompetenz und der täglichen Betreuung verfügten die Agenturen auch über das Know-how bei der technischen Umsetzung und der Programmierung von Lösungen.

Wie wichtig die Digitalisierung der Wirtschaft ist, lässt sich auch in den Subrankings ablesen, im neu defierten Anwendungsbereich "Business Transformation". Die Subrankings wurden aktualisiert. Somit sind die Ergebnisse nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. Das Ranking "Business Transformation" führt die Agentur Syzygy mir 8,03 Mio. Euro Honorarumsätzen an, vor Razorfish (7,25 Mio.) und Namics (6,90 Mio.) Die meisten Umsätze in einem Anwendungsbereich macht Plan.net im Segment Marketing/Branding mit 39,68 Mio. Euro, dahinter rangieren UDG (26,47 Mio.), Pilot Hamburg (24,21 Mio.) und C3 (19,23 Mio.) Durch die Übernahme der Agentur Hmmh Mitte 2014 ist Plan.net nun auch in den Top 5 der Kategorie E-Commerce vertreten. Diese umsatzstarke Kategorie führt SinnerSchrader (37,48 Mio.) vor Team Neusta (31,28 Mio.) und DMC (26.44 Mio.) an. Im Bereich "Services/ Information/Platforms" liegt die Berliner Agentur Init mit 15,77 Mio. Euro vorne. Dahinter folgen Sapient  mit 13,03 Mio., Valtech 11,83 Mio., Syzygy mit 10,71 Mio. und Aperto mit 10,44 Mio.

Unter den Top 50 Agenturen, die für das Ranking gemeldet haben, verzeichnen alle Anbieter Zuwächse. Einzig die Münchner Agentur Webguerillas meldet ein Minus von 17,7 Prozent. Mit nun 10,6 Mio. Euro fallen die Münchner von Platz 19 auf Rang 27 zurück. Die Meldung ist lobenswert, da die Agentur auch ein Jahr hätte aussetzen können, sich aber für den transparenten Weg entschieden hat. Die Erklärung für das Minus ist plausibel: "Während wir bis 2013 einzelne Aufgaben an externe Dienstleister vergeben haben, übernehmen diese Arbeiten jetzt unsere Spezialisten an den neuen Webguerillas-Standorten, um die Profitabilität des Hauptsitzes München zu steigern", sagt David Eicher, Gründer und Geschäftsführer der Webguerillas. Im Ranking müssen Aufgaben, die innerhalb der Gruppe erbracht werden, und die damit verbundenen Umsätze vom Gesamtumsatz abgezogen werden. In Summe konnten die Agentur nach eigener Aussage die Umsätze 2014 aber stabil halten. Darüber hinaus investiere man stark in neue Tools und Technik. "So binden wir zwar zunächst Kapazitäten, die uns 2014 eigentlich zu Mehrumsätzen verholfen hätten, aber bereits 2015 werden sich diese Investitionen doppelt auszahlen", sagt Eicher.

 Weitere Zahlen und Informationen dazu finden Sie im Kontakter 17/2015 sowie auf Agenturranking.de.

Und hier geht es zur kompletten Top 50.

* Bei dem Ranking handelt es sich um eine geordnete Übersichtseinteilung der freiwillig gemeldeten Full-Service-Digitalagenturen gemäß den Teilnahmebedingungen. Full-Service-Digitalagenturen, die nicht nach den Teilnahmebedingungen von sich aus melde- bzw. testierfähig sind oder diese anderweitig nicht erfüllen, sind im Ranking nicht berücksichtigt.

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