Ein Leben im Social Web: Facebook startet "Chronik"-Funktion
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| | von Frank Zimmer

Ein Leben im Social Web: Facebook startet "Chronik"-Funktion

Facebook hat mit derweltweiten Einführung der schon angekündigten "Chronik" begonnen. Die weltweit über 800 Millionen Mitglieder des Social-Media-Marktführers können dort Ereignisse aus ihrem Leben in einem magazinartigen Design präsentieren. Die Funktion war bereits im September angekündigt worden. "Jeder Nutzer hat absolute Kontrolle über die Inhalte in seiner Chronik und bestimmt selbst, wer was sehen kann", betonte das unter Datenschützern umstrittene Unternehmen.

Und so funktioniert es: Aktiviert wird die Chronik über www.facebook.com/timeline. Mitglieder haben zunächst sieben Tage Zeit, ihre Zeitleiste zu gestalten, bevor sie für andere sichtbar wird. Danach lässt sich die Chronik aber nicht mehr abschalten. Zum Start versucht Facebook, Datenschutz-Bedenken zu zerstreuen. Die User könnten für jedes einzelne Element festlegen, wer es sehen darf. Zudem bestehe die Möglichkeit, nachträglich die Sichbarkeit älterer Beiträge zu beschränken - auch auf einen Schlag.

Bei der ersten Präsentation war die Chronik-Ansicht auf ein geteiltes Echo gestoßen. "So erzählt man die ganze Geschichte seines Lebens auf einer einzigen Seite», warb Facebook-Chef Mark Zuckerberg damals. Einige Beobachter befürchteten angesichts der Datenfülle allerdings mögliche Schwierigkeiten beim Schutz der Privatsphäre. Das Unternehmen betonte, dass Nutzer die volle Kontrolle über alle Mitteilungen behalten.

"Mit der Chronik können Facebook-Nutzer individueller als bisher zeigen, wer sie sind", erklärte das Unternehmen. Einerseits ist es möglich, frühere Beiträge wie Fotos oder Statusmeldungen besser zur Geltung zu bringen. Andererseits können Mitglieder ihr Profil umEreignisse aus ihrem Leben ergänzen - angefangen bei der Geburt. Die Plattform gibt dafür Kategorien wie "Neue Arbeitsstelle", "Neues Kind" und "Neues Hobby", aber auch "Gewichtsverlust", "Tätowierung oder Piercing" oder "Erster Kuss" vor. Bei der Präsentation setzt das Netzwerk auf ein übersichtliches Layout mit großformatigen Bildern.

Datenschützer betrachten die Neuerungen mit gemischten Gefühlen. "Den Nutzern wird nahegelegt, viel von sich preiszugeben, vom Babyfoto bis hin zu intimen Dingen wie etwa der Genesung von einer Krankheit", sagte Marit Hansen vom Unabhängigen Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein in Kiel in einer ersten Einschätzung. Positiv bewertete sie, dass die Freigaben für Inhalte bestehen bleiben und somit Statusmeldungen oder Fotos keinem größeren Kreis zugänglich gemacht werden. Außerdem verdeutliche die neue Ansicht, welche Daten Facebook bereits speichere. "Die Inhalte sind jetzt besser beherrschbar, wobei es immer noch schwierig zu handhaben ist." (dpa)

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