Wie sieht es aus mit den Einkünften aus – spiegelt sich der rasante Online-Zuwachs da wieder?

Dieses Geschäftsjahr wird der größte Teil unserer Einkünfte immer noch aus dem Printbereich kommen. Aber: Mit den 100.000 Digital-Abonnenten und den Werbe-Einkünften von der Webseite könnte Digital 2012 etwa 10 Prozent unserer Einkünfte ausmachen. Auf lange Sicht wird dieser Anteil dramatisch steigen. Print beginnt gerade zu wackeln, weil die Zahl der Abonnenten, die von Print zu Digital wechseln, langsam steigt.

Welche Rolle spielt die Werbevermarktung?

Auch diese ist in Print unbeständiger als im Online-Bereich. Unser Online-Ergebnis wächst seit drei bis vier Jahren jedes Jahr um rund 20 Prozent. Aber wir haben ein Multi-Channel-Geschäft. Wir müssen unseren Werbekunden die Möglichkeit bieten, ihre Zielgruppen crossmedial über die verschiedenen Kanäle zu erreichen inklusive Konferenzen oder Forschungs-Projekte. Auch das ist für Werbekunden interessant.

Wie nutzen Sie Social Media?

Wir haben 1,5 Millionen Follower auf Twitter und 900.000 Fans auf Facebook. Denen bieten wir kostenlose Inhalte von der Webseite wie Debatten, Blogs oder Foren. Für uns ist da auch der Image-Effekt wichtig: So wie Menschen früher die Zeitschrift unter dem Arm hatten, zeigen sie heute auf Facebook, dass sie Economist-Leser sind. Das führt uns wiederum bei neuen Lesern ein. Übrigens auch ein interessanter Aspekt für Werbekunden. Wenn wir eine Debatte zu einem Thema auf unserer Facebook-Seite starten, kann eine Marke sich in dem Umfeld präsentieren.

Sie monetarisieren ihren Facebook-Auftritt?

Sehr vorsichtig. Eine Social Community ist keine Werbe-Zielgruppe. Wer da präsent sein möchte, muss unseren Followern oder Fans einen echten Mehrwert bieten. Das geht eher über Inhalte.


Autor: Raoul Fischer

Raoul Fischer ist Autor der W&V und in Frankfurt am Main beheimatet. Der Fachjournalist beobachtet die Entwicklungen im digitalen Markt und schreibt für W&V auch Beiträge zum Thema Employer Branding.