Trends 2013:
Goldmedia-Studie: Contentanbieter müssen kreative Erlösquellen suchen
Abseits der Leistungsschutzdebatte müssten Verlage sich nach neuen kreativen Erlösen umsetzen und dabei auch Nutzerdaten zum Vertrieb neuer Produkte ausschlachten - das raten die Analysten von Goldmedia in ihrem neuen "Trendmonitor".
Content-Anbieter und Verlage müssen 2013 abseits von der Leistungsschutzdebatte nach weiteren Einnahmequellen und kreativen Zusatzleistungen suchen. Dazu gehöre auch, Nutzer-Daten und über Facebook gewonnene Daten für den Vertrieb innovativer Produkte zu nutzen. Das ist eine der Herausforderungen, die der neue Goldmedia "Trendmonitor" für das Jahr 2013 ausgemacht hat. "Gerade jene mittelgroßen Nachrichtenmedien ohne überregionale Bedeutung und ohne Fokussierung auf spezielle Zielgruppen geraten durch erodierende Printauflagen bei zu geringen Online-Einnahmen weiter in Bedrängnis. Ihnen bleibt nur, die Kosten für die Contentproduktion massiv zu reduzieren und zugleich die Erlösarten breit auszubauen und zu diversifizieren," erklärt Oliver Numrich, Geschäftsführer bei Goldmedia Analytics.
Einige weitere Trends hat die Studie ausgemacht: Die modernen MEnschen bräuchten immer weniger eigene statische Besitztümer wie Autos, CDs oder Videos - Tablets und Smartphones seien für sie nur künftig nur ein Zugangsmittel zu einem Kollektiv-Besitz. Hybride Mediennutzung, also Mediennutzung und zugleich Kommunikation, werde immer mehr ein Thema, sagt der Marktforscher. "Für diesen tagesbegleitenden, alltagsstrukturierenden und oft wechselnden Medienkonsum kommen multiple Kanäle und Devices zum Einsatz," heißt es in dem Thesenpapier. Auch Internet und TV würden immer häufiger parallel genutzt und vernetzt, das führe auch zu mehr Angeboten und mehr Akzeptanz von Social TV.
Spielmechanismen würden zudem unsere Alltagswelt immer mehr durchdringen. Selbst Games-fremde Branchen würden immer mehr ins Spielerische einbezogen. Prominentes Vorzeigeprojekt dafür sei Foursquare.
Auch für die Online-Branche gebe es 2013 viel Bewegung: Location Based Services und Government 2.0 seien im Vormarsch. Außerdem erwartet Goldmedia für 2013 einen direkten Einstieg von Facebook in den Suchmaschinenmarkt. Der Dreh- und Angelpunkt seien aber nicht wie bei Google die Links, sondern die Likes und Shares eines Contents. Für die Werbebranche am interessantesten dürfte folgende Aussage sein: Real Time Bidding wird "sich im Jahr 2013 immer mehr auf dem deutschen Werbemarkt etablieren".