Abhängig von Google: Demand-Chef Richard Rosenblatt.
Abhängig von Google: Demand-Chef Richard Rosenblatt. © Foto:Demand Media

| | von Sarah Krammer

Google gräbt Content-Fabriken das Wasser ab

Google's offizieller Blogeintrag von Freitag vergangenen Woche dürfte in manchen Unternehmen für großen Wirbel sorgen. Schon im Mai 2010 hatte Google eine Algorithumsänderung durchgeführt, die bei Nischenanbietern viel Unruhe schuf, da der sogenannte Long-Tail Traffic betroffen war. Es kam zu Einbrüchen bei den Traffic-Zahlen spezialisierter Sites, die auf organischen Google Traffic angewiesen sind.

Am 21. Januar nun bestätigt Google in dem Blogpost das neue Vorgehensmodell. Der Kampf gegen Webspam im bisherigen, klassischen Sinne, scheint nicht mehr Punkt eins auf der Agenda zu sein. Die bestehenden Qualitätssicherungssverfahren von Google reichen offensichtlich aus, um ein Strategiewechsel zu ermöglichen. Neu im Visier von Googles Algorithmuswächter sind daher neuerdings Content Farmen, die Google als Websites mit "geringwertigem oder zweifelhaftem Content" beschreibt.

Was hier als unwichtiger Nebensatz erscheint, erschließt sich erst in seiner ganzen Tragweite, wenn man sich vergegenwärtigt, was denn derzeit unter anderem als Content-Farm-Parademodell gehandelt wird, z. B. Demand Media. Wie Bloomberg noch am 12. Januar berichtete, plant Demand Media einen 120 Millionen-Dollar-Börsengang zu Beginn des Jahres.

Die Answer-Factory, wie Wired einmal Demand Media bezeichnete, erschuf eine neue Form des Publizierens. Demand Media überläßt bei der Erstellung von Artikeln nichts dem Zufall. In einer eigenen Produktionsstraße wird der komplette redaktionelle Prozess nur noch algorithmusgesteuert betrieben. Dem Algorithmus der Content-Produktion liegen Analysen der Suchalgorithmen, der besten Keyword-Werbeplatz-Kombinationen und entsprechende Konkurrenzanalysen in bestimmten Märkten zugrunde.

Diese Form der Artikelproduktion macht das Unternehmen jedoch anfällig gegenüber Googles Änderungen im Algorithmus. Welche Wirkung die Ankündigung von Google für einen Börsengang von Demand Media haben wird, bleibt abzuwarten. Wir können aber davon ausgehen, dass das Management in Santa Monica rund um Richard Rosenblatt "not amused" ist.

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