Wettbewerb:
Google: Werbegeschäft im Visier des Kartellamts
Google droht in den USA erneut eine Wettbewerbs-Untersuchung. Die Handelsbehörde FTC nimmt Medienberichten zufolge diesmal das Geschäft mit Bannerwerbung des Internetriesen unter die Lupe.
Google droht in den USA laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" erneut eine Wettbewerbs-Untersuchung. Die Handelsbehörde FTC nehme diesmal das Geschäft mit Bannerwerbung des Internetriesen unter die Lupe. Dem "Wall Street Journal" zufolge gehe es auch um Video-Werbung.
Die Kartellwächter prüften nach Beschwerden von Konkurrenten, ob Google seine Position in diesen Werbesegmenten dafür nutze, Unternehmen zum Einsatz weiterer Dienste des Konzerns zu drängen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Die Untersuchungen befänden sich in einem frühen Stadium und würden eventuell nicht zu vollwertigen Ermittlungen ausgeweitet. Im Januar diesen Jahres hatten die US-Wettbewerbshüter eine Untersuchung gegen Google eingestellt. Damals ging es in erster Linie um den Vorwurf, Google habe andere Websites bei der Internetsuche zugunsten eigener Dienste benachteiligt.
Google macht den Großteil seines Umsatzes mit Anzeigen neben den Suchergebnissen. Aber auch bei Bannerwerbung wurde der Marktanteil in den vergangenen Jahren immer größer. Die FTC prüfe nun unter anderem, ob einige Software-Werkzeuge, die Google Werbekunden anbiete, sie dazu drängten, weitere Dienste des Konzerns statt Konkurrenz-Angeboten zu nutzen, hieß es. Rivalen hätten sich beschwert, dass Google seine Anzeigen-Instrumente entsprechend gebündelt habe. Konkurrenten behaupteten, dass Google Website-Betreibern zum Teil finanzielle Vorteile für den Einsatz seiner Dienste gebe, schrieb das "Wall Street Journal".
Laut Marktforschern hielt Google im ersten Quartal 2013 knapp ein Viertel des US-Marktes für Banner-Werbung, während die größten Rivalen Facebook und Yahoo auf jeweils rund zehn Prozent kamen. Den Analysten von IDC zufolge landete insgesamt fast jeder zweite Dollar im digitalen Werbegeschäft in den USA bei Google. (dpa/lr)