TV-Commerce | | von Kay Städele

In sieben Schritten zur Smart-TV-App für E-Commerce

Mit dem Internet verbundene Smart-TVs könnten künftig von Händlern als zusätzlicher Abverkaufskanal genutzt werden. Noch gibt es einige Hürden zu überwinden wie die Abwicklung des Bezahlvorgangs. Doch erste Gehversuche zeigen, wie es funktionieren könnte. Das zeigt der Artikel "Smart im TV-Commerce" in der aktuellen Ausgabe der W&V (42/2013). Michael Enzenauer, ehemaliger CEO der Mediaagentur Optimedia und jetziger Geschäftsführer des Smart-TV-Technologiespezialisten MEKmedia, erklärt, was grundsätzlich bei der Erstellung der Apps für TV-Commerce zu beachten ist.

1. Sortiment und digitales Absatzpotenzial prüfen

Wie umfangreich ist mein Sortiment? Wie hoch ist das E-Commerce-Absatzpotenzial? Wie intensiv ist der Wettbewerb? Was sind die relevanten Faktoren für den Konsumenten, in meinem Shop zu kaufen (USP, Produktvorteil, Preis …)? Welche Produkte laufen gut, welche benötigen mehr Verkaufspräsentation, um das volle Verkaufspotenzial auszuschöpfen?

Je emotionaler die Produkte und Marken, je länger die Kaufentscheidungsphasen, je intensiver der Wettbewerb, desto mehr Wirkung, und auch ein erheblicher Wettbewerbsvorteil kann durch die Warenpräsentation auf dem TV Bildschirm erreicht werden.

2. Infrastruktur prüfen

Besteht bereits ein E-Commerce Shop? Mit welchen Ressourcen ist dieser ausgestattet? Welche Werbemittel werden für die Warenpräsentation eingesetzt? Sind Videos zur Präsentation bereits vorhanden? Gibt es ggf. schon Apps für mobile Geräte? Welche Kommunikationsprozesse können durch die Vernetzung mobiler und stationärer Apps und den jeweiligen Nutzungssituationen gestaltet werden?

Die vorhandenen Ressourcen sollten kurz und bündig dokumentiert werden. Eine TV-App baut auf dieser Infrastruktur auf und nutzt diese. Die Produktivität eines Shopsystems wird erhöht, die Grenzkosten für eine TV-App sind gering.

Die Produktion von Videos kann in verschiedenen Dimensionen erfolgen. Hier sind neue Verfahren entstanden, die z.B. eine schnelle und preiswerte Just-In-Time-Produktion ermöglichen. In der Demmelhuber Weber-Grill-TV-App finden sich solche Beispiele von Dotkomm (Köln).

3. TV-App definieren und entwickeln

Benutzeroberfläche und Menüführung der TV-App definieren als Basis für das Framework. TV-App programmieren lassen. Plattformen und Portale unter Reichweiten- und ROI-Gesichtspunkten festlegen.

Zu beachten: Portale: Samsung, Smart-TV-Alliance, Google, Videoweb, Ikea, netrange, Foxxum etc. Dabei hilft ein professioneller und unabhängiger Entwicklungspartner wie MEKmedia.

Geräteübergreifende Nutzeranwendung simulieren und Synergien zu mobilen oder stationären Endgeräten evaluieren. Welche Funktion hat welches Gerät im Verkaufsprozess?

Sortiment und Präsentationsmaterial im Smart-TV definieren.

Die Gestaltung der Benutzeroberfläche und die Menüführung sollte erfahrenen Partnern überlassen werden. Oft wird zu sehr "klassisches Internet gedacht", was zu nachteiligen Gestaltungen auf dem TV-Bildschirm führt (z.B. Schriften, Übergänge …)

4. Schnittstellen organisieren

Die fertige TV-App erfordert einige bidirektionale Konfigurationen im Backend an die vorhandene Infrastruktur (s. Punkt 2).

In der Regel reichen hier XML-Schnittstellen aus.

5. Payment-Modul integrieren

Das Payment-Modul steuert verschiedene Daten und Prozesse für den Bezahlvorgang und die Logistik. Sicherheitsaspekte sind zu berücksichtigen,

Paypal hat Payment-Systeme für verschiedene Portale und Plattformen entwickeln lassen, die als Modul eingesetzt werden können (siehe u.a. MEKmedia Shop für Demmelhuber Weber Grill, (Paypal QRShopping LSG).

6. TV-App implementieren

Der Entwicklungspartner übermittelt die fertige TV-App an den Portalbetreiber (z.B. Samsung, LG, Philips etc.). Dort wird die TV-App auf Funktionalität und Sicherheit überprüft. Parallel schließt der Shop-Betreiber einen Vertrag mit dem Portalbetreiber über die Nutzung des Smart-TV-Portals. Dabei wird zwischen diesen beiden Partnern auch eine Transaktionsbeteiligung des Portalbetreibers vereinbart.

Professionelle Entwicklungspartner übernehmen diese vertraglichen Vorbereitungen und die Administrationsvorbereitung für den Shop-Betreiber.

7. Tracking und Reporting einrichten

Eine qualifizierte Optimierung und maximale Ausschöpfung erfordert ein dezidiertes Tracking und ein integriertes Reportingsystem, das gegebenfalls in einem weiteren Schritt direkt an ERP-Systeme angeschlossen werden kann.

Das Tracking sollte unter anderem erfassen, wie sich Traffic und Transaktionen interdisziplinär entwickeln. So wird mit Sicherheit ein Umsatzwachstum auf Desktop und Smartphones/Tablets festzustellen sein, wenn die Nutzung im TV und Smart-TV zunimmt. Natürlich finden nicht alle Transaktionen in einer geschlossenen Endgerätedimension statt. Der TV-Bildschirm hat ja auch traditionell eine starke Wirkung für E-Commerce und den stationären Handel.

In sieben Schritten zur Smart-TV-App für E-Commerce

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