| | von Uli Busch

Kein Facebook-Account - kein Job?

Es gibt zahlreiche Studien darüber, dass der Besuch sozialer Netzwerke zur Sucht werden kann. Die "Chicago Booth School of Business" stellte gar ein höheres Suchtpotenzial als bei Zigaretten und Alkohol fest. Aber kann auch zu wenig Social-Media schlecht sein für einen Menschen?

Diese These poppt jetzt zumindest im Zusammenhang mit dem Denver-Attentäter wieder auf. Wie der Tagesspiegel schreibt, treibt sich dieser nicht in Communities herum, ist nicht vernetzt und tauscht keine Bilder online aus. Nun stellen sich manche die Frage: Macht das einen 24-Jährigen verdächtig? Psychologe Richard E. Bélanger und seine Kollegen haben in einer Studie herausgefunden, dass junge Menschen, die sich mit ihren Online-Aktivitäten sehr zurückhalten oder das Internet gar nicht nutzen, ähnlich häufig zu Depressionen und anderen psychischen Leiden neigen wie diejenigen, die es exzessiv nutzen.

In den USA sehen es einige Personalabteilungen auf jeden Fall schon äußerst kritisch, wenn ein Bewerber keinen Facebook-Account hat. Er könnte ja etwas verbergen wollen. Ein Profil im Netz ist sozusagen Grundvoraussetzung, überhaupt in die engere Auswahl zu kommen und nicht als skurriler Einzelgänger ohne soziale Kompetenz von vornherein aussortiert zu werden.

Auf uns wirkt diese ganze Diskussion ehrlich gesagt äußerst seltsam. Deshalb unser dringender Rat an die Personaler: Entspannt euch, vergesst eure Schubladen und Raster. Schwierig wird es nur dann, wenn jemand auch in der Realität keine Freunde hat - so wie der Denver-Attentäter Holmes.

Kein Facebook-Account - kein Job?

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