| | von Uli Busch

Klaus Eck: "Unternehmen werden auf Google+ zu Medien"

Die Münchner Agentur Eck Kommunikation ist seit Start der Google+-Unternehmensites Anfang dieser Woche mit einem Auftritt im Netzwerk präsent. Klaus Eck, Chef der Agentur, Blogger und Buchautor, sprach mit W&V Online über seine ersten Erfahrungen mit den Google+ Pages, warum sich Fehler von Marken auf Facebook bei Google+ wiederholen könnten und warum Unternehmen möglichst früh dabei sein sollten.

Herr Eck, Ihre Agentur Eck Kommunikation ist seit dem Start von Google+ Pages mit dabei. Wie sind Ihre ersten Erfahrungen?

Aus technischer Sicht ist es ganz leicht, eine Google+ Unternehmensseite einzurichten. In wenigen Minuten kann sich jeder eine Präsenz einrichten. Das ist bei Facebook oder Twitter auch nicht besonders schwierig. Allerdings muss man bei Google+ zurzeit berücksichtigen, dass es keine generische Webadresse gibt und bislang nur einen Administrator der Seite. Aus diesem Grunde gibt es nur einen Verantwortlichen beziehungsweise einen geteilten Account auf Google+.

Aber was nützt einem ein Google+ Auftritt ohne Konzept? Unternehmen sollten sich genau überlegen, wie Sie Google+ für ihr Online Reputation Management einsetzen und welche Unternehmensziele sie damit verfolgen wollen. Auf Facebook gibt es zahlreiche Fanpages, die nicht funktionieren, weil sie nicht kundengerecht aufgesetzt worden sind. Oftmals fehlt es am richtigen Social Media Management und an einem strategischen Ansatz. Das könnte sich auf Google+ wiederholen, weil es so einfach ist, dabei zu sein.

Was unterscheidet aus Unternehmenssicht Google+ von Facebook? Was ist besser oder schlechter?

Auf Google+ können Sie leichter Unternehmensinhalte verbreiten. In gewisser Weise werden Unternehmen auf dieser Plattform zu Medien. Wer gute Inhalte anzubieten hat, wird damit wesentlich besser gefunden. Die Google+ Suche ist im Vergleich zum geschlossen Netzwerk Facebook ein großes Asset für Unternehmen. Als Marke kann ich meine Inhalte via Google+ viel besser im gesamten Google Universum sichtbar machen, während Facebook eher einen Wallet Garden Ansatz verfolgt, der nur innerhalb des Networks funktioniert. Die Google+ Unternehmensseiten haben den Vorteil, dass sie bei einer guten Content Strategie ohne viel Beiwerk und ohne werbliche Aktivitäten durchaus erfolgreich sein können. Wer gute Inhalte hat und diese seinen Kunden anzubieten versteht, wird seine Leser auf Google+ finden.

Wie sinnvoll ist es denn für Unternehmen und Marken überhaupt gleich in Google+ hineinzugehen? Ist es ein "Must"?

Natürlich stecken Agenturen ihre digitalen Claims schnell ab, um dabei zu sein und ihren Kunden zeigen zu können, wie es geht. In den vergangenen Monaten nach dem Google+-Start haben viele Unternehmen ihre Dienstleister nach dem Businesseinsatz gefragt und sich gewundert, dass sie von dem Suchmaschinenanbieter noch vertröstet wurden. Doch schon jetzt drängen viele Markenunternehmen wie Adobe, BMW, Bayer, Scout24 und Ford hinein und machen erste Gehversuche im Google Plusversum. Die Zahl der Google+ Unternehmen wächst sehr schnell. Das ist nicht weiter verwunderlich, weil viele ihre Claims abstecken.

Es lohnt sich übrigens auch, früh dabei zu sein, um eine Markenverwechslung zu vermeiden. Leider gibt es auch auf Google+ zahlreiche Fake-Seiten beziehungsweise alternative Unternehmensseiten, weil auch die Fans eine Coca Cola- oder Microsoft-Seite aufbauen können.

Markenunternehmen haben den Vorteil, dass sie von Ihren Kunden gesucht und schnell einem Google Circle hinzugefügt werden. Wer gute Inhalte hat und seine Stakeholder damit versorgen will und kann, sollte durchaus auf eine Google+ Unternehmensseite setzen. Das ist ein sehr gutes Mittel für die Kundenbindung und erlaubt es darüber hinaus, die eigenen Inhalte für die Google-Suchmaschine zu optimieren und vom Social Search-Ansatz zu profitieren. Auf diese Weise profitieren die Unternehmen von den Empfehlungen ihrer Kunden noch mehr und sparen sich das Marketingbudget an anderer Stelle.

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