Reaktionen auf Sullivans Blog "The Dish" | | von Ralph-Bernhard Pfister

Kommentar: Deutsche Medien und das Netz

Manchmal ist es zum Haareraufen. Da probiert ein Autor etwas, stellt seinen Blog auf Paid Content um und erhält vom Start weg positive Resonanz. Und wie fassen deutsche Qualitätsmedien das Thema an? So spitzfingrig, wie es nur geht. Ein Stoßseufzer von W&V-Redakteur Ralph Pfister:

Ach ja.

Da kündigt Andrew Sullivan in den USA an, seinen Blog The Dish künftig als eigenständige, abopflichtige Plattform zu betreiben und sammelt binnen 24 Stunden schon mehr als 300.000 Dollar von Menschen ein, die seine Inhalte lesen wollen und im Schnitt sogar acht Dollar mehr als eine Mindestgebühr zahlen. (Die Zahlen dazu nennt er hier.)

Das könnte man neutral berichten.

Oder es ließe sich als schönes Indiz dafür nehmen, dass Paid-Content-Konzepte durchaus funktionieren können. Menschen bereit sind, für Autoren und Marken zu zahlen, um deren Take zu erhalten, selbst wenn es die Inhalte anderswo kostenfrei gibt. Denn das ist ja genau das Problem, vor dem Medien im Netz auch stehen.

Man kann aber auch, wie Stefan Schulz auf FAZ.net, das Ganze von oben herab behandeln, Sullivans Blogging-Aktivität mit dem Satz "auch unredigiert für sein Publikum da sein" umschreiben, einen Autoren mit 25 Jahren Berufserfahrung grundsätzlich (und mit gewisser Absicht) überall Blogger nennen und mit einem Satz schließen wie "Doch die Frage, warum Sullivan zu bezahlen sei, für seine Kommentierungen von Inhalten, die viele andere Blogger und Medieninstitutionen ihrerseits kostenlos zur Verfügung stellen, wird auch noch zu beantworten sein."

Das sagt nur leider mehr über die Haltung dieses Autoren als über Sullivan aus und verdeutlicht schön eines der Probleme von deutschen Medien mit dem Netz. Dieses spitzfingrige Anfassen anstelle von offenem Umgang. Man muss weder Sullivan noch DailyBeast gut finden. Aber das sollte dann an Inhalten hängen, nicht an der Art von Kanal oder Plattform.

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